Vier ehemalige RAF-Terroristen noch in lebenslanger Haft

Dreißig Jahre nach dem Ende des "Deutschen Herbstes" verbüßen noch vier von ehemals 26 Ex-Terroristen der "Roten Armee Fraktion" (RAF) eine lebenslange Haftstrafe.

Brigitte Mohnhaupt (57): Die gebürtige Rheinländerin und frühere Philosophie-Studentin galt bis zu ihrer Festnahme im November 1982 als Kopf der "zweiten Generation" der RAF. Im September 1977 gehörte sie zu den Rädelsführern der Entführung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns Martin Schleyer. Im Prozess mit ihrem Komplizen Christian Klar erhielt sie 1985 fünf Mal Lebenslang. Auf das Konto des Duos gingen außer dem Schleyer-Mord auch die Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto. Mohnhaupt sitzt seit 24 Jahren in Haft, derzeit in Aichach in Bayern.

Christian Klar (54): Der Sohn eines Freiburger Lehrer-Ehepaares gehörte seit Mitte der 70er Jahre zum inneren Führungszirkel der RAF. Fahnder hielten ihn für besonders gewaltbereit. Der studierte Historiker war Mohnhaupts Hauptkomplize bei der Schleyer-Entführung. 1985 erhielt er Lebenslang wegen gemeinschaftlich verübten Mordes an Schleyer, Buback und Ponto sowie deren Begleitern. Klar sitzt seit 24 Jahren im Gefängnis, derzeit in Bruchsal in Baden-Württemberg.

Eva Sybille Haule (52): Die in Stuttgart geborene Malerin spielte eine führende Rolle im "Kommando Jan-Carl Raspe", das Ende 1984 einen Bombenanschlag auf die Nato-Schule in Oberammergau verüben wollte. Festgenommen wurde sie im August 1986. Wegen dreifachen Mordes und 23fachen versuchten Mordes wurde sie 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt. Haule sitzt in der Frauenvollzugsanstalt Berlin-Neukölln ein.

Birgit Hogefeld (50): Die gebürtige Wiesbadenerin stieg zu einer Leitfigur der "dritten" RAF-Generation auf. Im Juni 1993 wurde sie in Bad Kleinen in Mecklenburg verhaftet. Dabei starben ihr RAF-Komplize Wolfgang Grams und ein GSG-9-Beamter. Wegen der Ermordung eines US-Soldaten und des Bombenanschlags auf die Frankfurter US-Airbase 1985 wurde Hogefeld 1996 zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Entlassung aus einem Frankfurter Gefängnis ist frühestens 2011 möglich.