Sturm: Naturkatastrophe vor britischer Küste

200 Tonnen Öl in den Ärmelkanal gelaufen

Insgesamt hat der Frachter 3000 Tonnen Diesel und Öl geladen. Die Bergungsmannschaften werden von orkanartigem Wind behindert. Das Schiff droht auseinander zu brechen. Der havarierte Frachter war unter anderem Namen bereits schon einmal verunglückt.

London. Aus dem vor der britischen Küste havarierten Containerfrachter "MSC Napoli" sind rund 200 Tonnen Öl in den Ärmelkanal ausgelaufen. Bergungsmannschaften bemühten sich am Sonntag vergeblich, das im Orkan "Kyrill" beschädigte und von der Besatzung aufgegebene Schiff zu stabilisieren. Der Frachter mit seinen 2400 Containern liegt mit 30 Grad Schlagseite vor der südenglischen Küste in der Nähe von Sidmouth. Das Schiff drohte nach Angaben laut Küstenwache auseinander zu brechen. Wind in Orkanstärke behinderte die Arbeit der Bergungsmannschaften.

Frachter hat auch Gefahrgut verloren Das britische Verkehrsministerium erklärte, der Frachter habe insgesamt 3000 Tonnen Diesel und Öl geladen. Man gehe jedoch davon aus, dass keine größeren Tanks aufbrechen würden, betonte ein Sprecher. Das Schiff hat einen Teil seiner Fracht verloren, darunter auch Gefahrgut. Mehr als 200 Container seien ins Meer gerutscht, bestätigte das Verkehrsministerium. Zwei davon enthielten nach Angaben der britischen Küstenwacht gefährliches Material, das Risiko für die Umwelt sei aber gering. Dem Ministeriumssprecher zufolge soll versucht werden, das Schiff zu stabilisieren. Danach könnten das Öl abgepumpt und die Container entladen werden.

Die "MSC Napoli" war am Donnerstag im Ärmelkanal in Seenot geraten. Die 26-köpfige Besatzung konnte gerettet werden. Am Samstag wurde das Schiff in Küstennähe geschleppt und vor der Grafschaft Devon kontrolliert auf Grund gelassen. Der Frachter hatte nach französischen Angaben Güter im Umfang von 41 000 Tonnen geladen, darunter 1700 Tonnen Gefahrgut. Außerdem befanden sich Motorräder und Autoteile an Bord.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Frachter bereits vor fast sechs Jahren in einen schweren Unfall verwickelt war. Damals hieß er noch "CMA-CGM Normandie" und lief in der Straße von Singapur auf Grund, wie die britische Inlandsnachrichtenagentur PA berichtete. Die Reparaturarbeiten an der Außenhülle und in anderen Bereichen des Schiffes dauerten vier Monate.