Stoiber erläutert Pauli seine Rücktrittsgründe

Ministerpräsident Edmund Stoiber hat seiner Kritikerin Gabriele Pauli bei einem Gespräch am Donnerstag in München seine Rücktrittsgründe erläutert. Er habe diesen Schritt mit dem großen Widerstand in der Fraktion gegen seine erneute Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2008 begründet, erklärte die Fürther Landrätin.

Stoiber habe ihr gesagt, er habe ein Auseinanderbrechen der Fraktion vermeiden wollen. "Er hat gesehen, dass da keine Geschlossenheit mehr ist", sagte Pauli. Weiter habe Stoiber erklärt, er wolle mitwirken, dass ein Nachfolger gefunden werde, der die Partei zusammenhalten könne. "Er hofft, dass er seinen Beitrag geleistet hat, dass ein Neuer das machen kann", sagte Pauli.

Am Ende habe Stoiber zu ihr gesagt: "Denken Sie an die Einheit der Union." Die Fürther Landrätin betonte: "Auch ich wünsche mir, dass wir aus dieser Phase wieder gut rauskommen und die CSU dann wieder stark wird."

Pauli zeigte sich nach dem Gespräch zufrieden. Alles sei sehr klar gewesen und vieles nun bereinigt, sagte sie. Eigentlicher Anlass des Treffens war die Bespitzelungsaffäre um Stoibers ehemaligen Büroleiter Michael Höhenberger, der Informationen über Paulis Privatleben eingeholt haben soll. Stoiber habe ihr versprochen, sich weiter um Aufklärung zu bemühen, sagte Pauli. Die Landrätin hatte die Diskussion um Stoibers Zukunft eingeleitet, indem sie mit den Bespitzelungsvorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen war.