CSU-Krise: Gerücht um Führungswechsel

Stoiber-Nachfolge angeblich entschieden

Nach Informationen aus der CSU-Landtagsfraktion soll Innenminister Günther Beckstein Regierungschef und Wirtschaftsminister Erwin Huber Parteivorsitzender werden.

München. Im Streit über die Nachfolge von Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber ist nach Angaben aus der Landtagsfraktion eine Vorentscheidung gefallen. Danach soll Innenminister Günther Beckstein (63) Regierungschef und Wirtschaftsminister Erwin Huber (60) Parteivorsitzender werden. Das bestätigten mehrere CSU-Abgeordnete sowie ein Kabinettsmitglied der dpa am Donnerstag. Der Zeitpunkt des geplanten Wechsels war zunächst unklar. Die Lösung werde von Stoiber mitgetragen.

Der Berliner CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer sagte dagegen in Berlin, es gebe aus seiner Sicht noch keine endgültige Entscheidung: "Eine solche Festlegung gibt es aus meiner Sicht nicht." Er halte es für verfrüht, "das Fell des Bären zu verteilen und auch für völlig falsch". Ramsauer verlangte ein Mitspracherecht der Landesgruppe bei der Besetzung des Amts des Parteivorsitzenden und brachte dafür die CSU-Bundesminister Michael Glos und Horst Seehofer ins Gespräch.

Kabinettsmitglied: ‚Das gibt jetzt eine ganz schnelle Lösung’ In der CSU-Landtagsfraktion hieß es, die Nachfolgeregelung sei am Vorabend am Rande der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth ausgehandelt worden. An den Gesprächen seien Stoiber, Huber und Beckstein beteiligt gewesen. Auch Ramsauer war in Kreuth. "Das gibt jetzt eine ganz schnelle Lösung", sagte ein Kabinettsmitglied. Der Neubesetzung soll am Montag im CSU-Vorstand besprochen werden. "Das wäre die Versöhnung von 2005", sagte ein Fraktionsmitglied. Huber und Beckstein hatten noch im Herbst 2005 um die Nachfolge Stoibers als Ministerpräsident konkurriert, als dieser über ein Ministeramt in der großen Koalition in Berlin verhandelte. Stoiber machte dann aber einen Rückzieher.