Airbus: Frankreich befürchtet Stellenabbau

Toulouse verliert A320-Produktion an Hamburg

Die Endmontage des A320 soll in China stattfinden. Französische Gewerkschaften fürchten, dass Toulouse nur noch der Bau des neuen Langstreckenflugzeuges A350 und des Super-Airbus A380 bleibt.

Paris. Mit der neuen Generation des Airbus A320 soll Hamburg einem Pressebericht zufolge die Fertigung des Flugzeugs von Toulouse übernehmen. Damit verliere das französische Werk die Produktion der erfolgreichsten Airbus-Maschine, berichtete die Pariser Wirtschaftszeitung "La Tribune" am Montag unter Berufung auf Äußerungen von Airbus-Chef Louis Gallois vor Gewerkschaftsvertretern. Neben Hamburg soll es beim A320 nur die geplante Endmontage in China geben.

Französische Gewerkschaften fürchteten, dass Toulouse dann nur noch der Bau des neuen Langstreckenflugzeuges A350 und des Super-Airbus A380 bleibe; dies könne sinkendes Arbeitsaufkommen und Stellenstreichungen bedeuten.

Der zweimotorige A320 mit rund 150 Plätzen ist das am häufigsten verkaufte Airbus-Flugzeug. Laut "La Tribune" steht er zur Zeit für 50 Prozent des Arbeitsaufkommens im Konzern. Wie bei Airbus bisher üblich, wurde die Produktion zwischen den Partnern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien entsprechend ihren Anteilen aufgeteilt. In Toulouse wird zur Zeit der A320 selbst zusammengebaut, in Hamburg die zur selben Familie gehörenden A318, A319 und A321. Mit der Aufteilung wolle Gallois, der im Februar Details zur Umsetzung des milliardenschweren Sparprogramms Power 8 vorstellen will, nun brechen, hieß es in der Zeitung.

Bis zu 2000 Stellen in Gefahr Französische Gewerkschaften fürchten dem Bericht zufolge, dass der A350 und der A380 Toulouse weniger Beschäftigung als der A320 bringen könnten. "Beim Arbeitsvolumen läuft der A320 auf vollen Touren; wir sind nicht sicher, dieses Volumen mit den Großmaschinen zu erreichen", zitierte die Zeitung Gewerkschafter. Sie verwiesen darauf, dass in Hamburg zur Zeit bei derselben Produktion von 17 bis 18 Maschinen pro Monat "die doppelte Beschäftigtenzahl" eingesetzt werde. Nach der Studie einer Unternehmensberatung vom Dezember könnten bei Airbus Frankreich bis zu 2000 Stellen in Gefahr sein.