Bürgermeister-Kandidatur: SPD-Chef gibt nicht auf

Petersen: "Ich bin nicht so leicht umzupusten"

Hamburgs SPD-Chef Mathias Petersen will trotz seiner überraschenden Niederlage im Parteivorstand Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2008 werden.

Hamburg. Hamburgs SPD-Chef Mathias Petersen hält trotz der überraschend harten Kritik im geschäftsführenden Landesvorstand an seiner Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2008 fest. "Ich kandidiere weiter", erklärte Petersen in Hamburg. Kritik und Streit seien in der Politik so selbstverständlich wie Stürme im Winter, betonte der SPD-Vorsitzende und fügte an: "Ich bin nicht so leicht umzupusten." Petersen betonte, er würde sich freuen, wenn sich ein Gegenkandidat meldete. Dann würde er eine Mitgliederbefragung initiieren, sagte SPD-Sprecher Heiko Tornow.

Am Sonntagabend hatten ihm fünf von sieben Kreisvorsitzenden im geschäftsführenden Landesvorstand überraschend die Gefolgschaft verweigert. Petersen wollte auf der Sondersitzung für den 17. Februar einen Sonderparteitag einberufen, um sich dort zum Spitzenkandidaten und Herausforderer von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) küren zu lassen. Der geschäftsführende Vorstand bereitet Beschlüsse des Landesvorstandes vor. Dieser tagt am kommenden Montag.

Petersen erklärte, im Falle einer Mitgliederbefragung hätten die 11 500 Hamburger SPD-Mitglieder eine sehr gute demokratische Möglichkeit zwischen mehreren Kandidaten zu wählen. "Das würde meinem Demokratieverständnis entsprechen", betonte der SPD-Vorsitzende.

Der 51 Jahre alte praktische Arzt steht bei den Sozialdemokraten schon länger in der Kritik. Vorgeworfen werden dem 2004 erstmals gewählten und im vergangenen Jahr im Amt bestätigten SPD-Vorsitzenden inhaltliche Alleingänge. Unter anderem hatte er Empörung ausgelöst, als er nach US-Vorbild Namen und Fotos von Sexualstraftätern veröffentlichen wollte. Ebenfalls kritisch hätten sich Sitzungsteilnehmer über Petersens Personalpolitik und die Ausrichtung der Partei geäußert.