Hamburger Hafen: Privatisierung in heißer Phase

Bieter-Kreis für Hafengesellschaft eingegrenzt

Von mehr als 100 Interessenten ist eine kleine Gruppe übrig geblieben. Möglicher Kaufpreis für die Anteile sind 800 Millionen bis eine Milliarde Euro. Weiter unter den Bewerbern: Die Deutsche Bahn.

Hamburg. Die Vorbereitungen für eine Teilprivatisierung der Hamburger Hafengesellschaft HHLA laufen auf Hochtouren: Aus einem Kreis von mehr als 100 Interessenten sei eine kleine Gruppe ausgewählt worden, die nun Zugriff auf den Datenraum der HHLA erhalte, sagte ein Sprecher der Finanzbehörde am Montag in Hamburg. Die Interessenten seien aufgefordert, eine Offerte für die zum Verkauf stehenden bis zu 49,9 Prozent an der Hafengesellschaft abzugeben. Angaben zu einzelnen Interessenten machte die Finanzbehörde nicht.

Ihr Interesse hatten Medienberichten zufolge unter anderem der Finanzinvestor 3i und die Deutsche Bahn angemeldet. Auch die Bremer Containerterminal- und Logistik-Gruppe Eurogate soll um die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA) buhlen. Die staatliche Dubai Ports World aus dem gleichnamigen Emirat hat ebenfalls Interesse gezeigt.

Offenbar plant die Deutsche Bahn zusammen mit der Investmentbank Morgan Stanley eine Offerte. Morgan Stanley wolle sich dabei selbst in beträchtlicher Höhe engagieren, hieß es. Ebenso gehöre die australische Bank Macquarie zu den Interessenten, berichtete die Zeitung. Macquarie hatte jüngst hier zu Lande durch die geplante Übernahme des Energiedienstleisters Techem für Schlagzeilen gesorgt.

Entscheidung bis zum Frühsommer Die Bahn hatte sich bereits vor einem Jahr vergeblich um einen Einstieg bei der HHLA bemüht. Die Bundesregierung stellte damals klar, dass eine Verlagerung des Sitzes der bundeseigenen Bahn von Berlin nach Hamburg nicht in Frage komme. Damit hatte die Regierung das Werben des Staatskonzerns in der Hansestadt torpediert. Die Bahn hatte angeboten, im Gegenzug für einen Zuschlag bei der HHLA ihren Konzernsitz nach Hamburg verlegen zu wollen. Bis Frühsommer will sich der Hamburger Senat auf einen Kaufkandidaten festlegen. Als möglicher Kaufpreis für die Anteile werden 800 Millionen bis eine Milliarde Euro genannt. Die HHLA hat im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro Umsatz und einen Vorsteuergewinn von deutlich über 100 Millionen Euro erreicht. Bis 2012 plant das Unternehmen Investitionen von 1,2 Milliarden Euro.