Mit Götschl bejubelte seit langem eine Österreicherin den Weltcup-Sieg

Maria Riesch sieht ihren 26. Platz bei Abfahrt als "Schritt nach vorn".

Altenmarkt-Zauchensee. Renate Götschl bejubelte beim Heimrennen in Altenmarkt-Zauchensee den ersten Sieg einer österreichischen Abfahrerin seit fast einem Jahr, Maria Riesch war auch mit Platz 26 nicht unzufrieden. Während Götschl am Samstag ihren 41. Sieg im alpinen Ski-Weltcup als "Traumlauf" feierte, zog die 22-jährige Partenkirchenerin trotz der verpassten Zielvorgabe, unter die besten 15 zu kommen, ein positives Fazit. "Es war eine ordentliche Fahrt, ein Schritt nach vorne. Das gibt Selbstvertrauen", sagte Maria Riesch, die in den Technik-Rennen zuvor fünf Mal nacheinander nicht unter die besten 30 gekommen war. "Vor dem Rennen hatte ich ein wenig Angst, dass es wieder nicht geht."

Auf der wegen Windes um 800 Meter verkürzten und dadurch entschärften Piste lag die viermalige Weltcupsiegerin in 1:21,40 Minuten um 2,08 Sekunden hinter Götschl. Bei ihrer Comebacksaison nach dem zweiten Kreuzbandriss geht es nach dem Sensationssieg von Lake Louise Anfang Dezember nur in kleinen Schritten wieder nach oben. "Es fehlt noch die letzte Aggressivität und Konsequenz!, sagte Riesch, die bei schlechten Sichtverhältnissen noch zu aufrecht fährt. "Es geht ein bisschen zäh, aber das wird wieder kommen." Cheftrainer Mathias Berthold sieht Riesch auf dem Weg nach oben, "auch von ihrem Selbstvertrauen her. Das reicht aber bei schlechter Sicht noch nicht aus, um ans Limit zu gehen."

Überraschende Zweite wurde die Schweizerin Dominique Gisin, die als einzige Starterin schon beim abgebrochenen Rennen des Vortages auf der Strecke fuhr und so einen Trainingslauf mehr hatte. "Das war schon ein Riesenvorteil", sagte sie. Auf dem dritten Rang landete Julia Mancuso aus den USA. Deren Teamkollegin Lindsey Kildow stürzte nach bester Zwischenzeit, blieb aber unverletzt. Die Führung im Gesamtweltcup behauptete die Österreicherin Marlies Schild. Sie liegt mit 821 Punkten vor ihren Teamkolleginnen Nicole Hosp (708), Kathrin Zettel (562) und Götschl (541). Die Siegerin vom Samstag liegt zudem im Abfahrts-Weltcup nur noch 15 Zähler hinter Kildow.

Die anderen deutschen Abfahrerinnen verpassten hingegen Weltcup- Punkte. Die zweimalige Weltcupsiegerin Petra Haltmayr (Rettenberg) wurde nur 50. und gibt damit sich und ihren Trainern weiter Rätsel auf. Nur bei ihrem neunten Platz beim Super-G Anfang Dezember auf ihrer Lieblingsstrecke in Lake Louise (Kanada) deutete sie ihre unbestrittenen Fähigkeiten an, doch bei allen fünf Abfahrten verpasste die Olympia-Sechste die Punkteränge. "Ich habe keine technischen Probleme, ich muss die Materialabstimmung noch finden", sagte die 31-Jährige.