Starkes Erdbeben vor Nordjapan löste Tsunami-Alarm aus

Tokio. Ein Erdbeben der Stärke 8,2 im nordwestlichen Pazifik hat in Nordjapan am Samstag Tsunami-Alarm ausgelöst. Etwa 110 000 Bewohner an der Pazifikküste der nordjapanischen Hauptinsel Hokkaido wurden Medienberichten zufolge von den Behörden vorsorglich aufgerufen, sich auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen. Da es jedoch keine Berichte über Schäden oder Verletzte in Folge des Bebens um 13.24 Uhr Ortszeit gab, wurde der Tsunami-Alarm am Abend aufgehoben.

In der Stadt Nemuro auf Hokkaido sowie Miyako in der nahe gelegenen Provinz Iwate gab es eine kleinere Flutwelle von 10 bis 20 Zentimetern. Auf der zu Tokio gehörenden Insel Ogasawara hatte sie 40 Zentimeter erreicht. Die Meteorologische Behörde hatte anfangs vor einer Flutwelle von einem Meter Höhe an der Pazifikküste Hokkaidos gewarnt. Die Tsunami-Warnung beeinträchtigte auch den öffentlichen Verkehr. Auf Hokkaido konnten mehr als 20 Züge nicht mehr fahren.

Das anfangs auf eine Stärke von 8,3 bezifferte Beben ereignete sich 30 Kilometer tief unter dem Meeresboden. Rund 100 Kilometer entfernt hatte es bereits im vergangenen Jahr ein Beben der Stärke 7,9 gegeben, was auch zum Tsunami-Alarm für Hokkaido geführt hatte.

In der Region überlagern sich die Nordamerikanische Platte und die Pazifische Platte. Dadurch ist das Erdbebenrisiko besonders hoch. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt. Rund 20 Prozent aller Beben der Stärke 6 oder höher ereignen sich dort. Vor fast genau zwölf Jahren, am 17. Januar 1995, hatte ein Beben der Stärke 7,2 die Hafenstadt Kobe heimgesucht. 6433 Bewohner kamen damals ums Leben.