Afghanistan: Schwere Kämpfe

Nato-Truppen töten 150 Rebellen

Bei einem Militäreinsatz von Isaf und der afghanischen Armee in der Grenzregion im Osten des Landes sind in der Nacht bis zu 150 Angreifer getötet worden. Rebellen drangen in zwei großen Gruppen von Pakistan in die afghanische Provinz Paktika ein.

Bei den bislang schwersten Kämpfen in Afghanistan im neuen Jahr sind nach Militärangaben bis zu 150 radikal-islamische Rebellen getötet worden. Die Nato-geführte Internationale Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) teilte am Stützpunkt Bagram mit, zu den Gefechten sei es in der Nacht zuvor in der südostafghanischen Provinz Paktika gekommen. Zwei Rebellengruppen seien dabei beobachtet worden, wie sie von Pakistan aus nach Afghanistan eingedrungen seien. In Paktika seien die Aufständischen im Grenzdistrikt Bermel von Isaf- und afghanischen Truppen am Boden und aus der Luft angegriffen worden. Der afghanische General Murad Ali erklärte, die Rebellen seien mit mehreren Lastwagen voll Munition unterwegs gewesen.

Das pakistanische Militär sei während der Operation auf dem Laufenden gehalten worden, teilte die Isaf weiter mit. Der Isaf-Regionalkommandeur für Ostafghanistan, US-Generalmajor Benjamin Freakley, sagte: "Der Feind kann sich vor afghanischen und Isaf-Truppen nicht verstecken." Die Regierung in Kabul warf Islamabad wiederholt vor, dass Rebellen von Pakistan aus Ziele in Afghanistan angreifen. Die pakistanische Regierung hatte daraufhin Ende vergangenen Jahres angekündigt, einen Zaun entlang der Grenze zu bauen und die Gegend zu verminen. Nach heftigen afghanischen und internationalen Protesten will Islamabad die Maßnahme überdenken.

Bei Gefechten im Süden des Landes wurden neun mutmaßliche Taliban-Rebellen getötet, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Nato-Truppen forderten bei den Kämpfen am Mittwoch in der Provinz Helmand Luftunterstützung an und stellten in der Ortschaft Gereschk Waffen und Munition der Aufständischen sicher. Ein afghanischer Soldat erlitt nach Angaben des Militärbündnisses Verletzungen.