Somalia: Mindestens 30 Tote bei US-Luftangriff auf al-Qaida-Versteck

Terroristen-Jagd auf dem Dorfplatz

Bei einem US-Luftangriff auf mutmaßliche Al-Qaida-Stellungen in von Islamisten bewohnten somalischen Dörfern sind nach Angaben der Regierung des ostafrikanischen Landes mindestens 30 Menschen getötet worden.

Mogadischu. Augenzeugen berichteten, dass unter den Opfern sechs Mitglieder einer Familie seien, die auf einer Hochzeitsfeier waren. "US-Kampfflugzeuge haben drei Dörfer im Grenzgebiet zu Kenia angegriffen", sagte Colonel Omar Addi am Dienstag in der Hafenstadt Kismayo.

Ziel der Angriffe sei es gewesen, die Verantwortlichen für die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania zu töten, teilte der stellvertretende somalische Ministerpräsident Hussein Aideed am Dienstagmorgen mit. Bei den Anschlägen in Nairobi und Daressalam waren 1998 mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Die Washington Post berichtete, dass bei dem Luftangriff einer der Drahtzieher getötet worden sei. Aideed stellte sich demonstrativ hinter die US-Militärintervention in seinem Land.

Ein Regierungsbeamter in Washington bestätigte den Angriff. Er sei von US-Kampfflugzeugen des Typs AC 130 geflogen worden, die mit großkalibrigen Bordkanonen bestückt sind.

Die USA werfen den Ende Dezember aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu vertriebenen Islamisten vor, Terroristen der al-Qaida Unterschlupf zu gewähren. Nach dem militärischen Sieg der Übergangsregierung mit Unterstützung äthiopischer Truppen haben sich die Kämpfer der islamischen Miliz in das südliche Grenzgebiet nahe Kenia zurückgezogen.