Testspiel: HSV besiegt den Iran in Dubai mit 2:1

Rost rettet den Sieg

Mit einer Rettungstat in der Schlussminute hat Torwart Frank Rost dem Hamburger SV einen erfolgreichen Start in das neue Fußball-Jahr gesichert. Ebenfalls in Dubai: Der VFB Stuttgart, der an Stürmer Benni Lauth interessiert ist.

Dubai. Die Tore für die Hanseaten erzielten am Montag vor rund 3000 Zuschauern Paolo Guerrero (30.) und Besart Berisha (71.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Rasoul Khatibi (65.) musste Rost bei seinem HSV-Debüt hinnehmen, ohne vorher auch nur einmal ernsthaft geprüft worden zu sein. Bei einem gefährlichen Freistoß kurz vor Schluss aber sicherte Rost seinem neuen Team das erhoffte Erfolgserlebnis.

"Drei Wochen vor Bundesliga-Beginn ist das noch ein Muster ohne Wert", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann. "So lange sich Frank Rost kein Bein gebrochen hat, ist das Spiel ein Erfolg", fügte er hinzu. Am Rande des Spiels kündigte Hoffmann an, in der Winterpause keine weiteren Spieler zu verpflichten. "Mit dem Rost-Wechsel sind unsere Transferaktivitäten beendet", sagte er. Der Torhüter war erst am Freitag vom FC Schalke 04 verpflichtet worden und der Mannschaft ins zehntägige Trainingslager am Persischen Golf hinterhergereist.

Rost mit den Kollegen zufrieden
Der HSV präsentierte sich vor der Pause selbstbewusst und agil. "Die Jungs stehen schon ganz gut im Saft", hatte Rost nach seinen ersten Trainingseindrücken gesagt. Während Boubacar Sanogo noch zwei gute Chancen vergab (13., 15.), verwertete Guerrero einen Freistoß von Rafael van der Vaart. Nach der Pause und zahlreichen Wechseln ließen die Hamburger nach und mussten den verdienten Ausgleich hinnehmen. Die eingewechselten Berisha und Benny Feilhaber sorgten mit einem schönen Zusammenspiel aber noch für den Siegtreffer. Im zweiten Spiel im Rahmen der "Dubai Football Challenge" trifft der HSV am Mittwoch auf die Vereinigten Arabischen Emirate.

Benni Lauth: In Hamburg nur Reserve bei Stuttgart auf der Liste
Die Distanz zwischen Hamburg und Stuttgart ist für den fünfmaligen Fußball-Nationalspieler Benjamin Lauth über Nacht spürbar kleiner geworden. Seit Montag bereitet sich nämlich neben den Hanseaten auch der VfB in Dubai auf die Bundesliga-Rückrunde vor. Und dessen Manager Horst Heldt bestätigte das Interesse des Tabellenvierten an einer möglichen Verpflichtung des Angreifers, der beim Abstiegskandidaten HSV auf dem Abstellgleis steht.

Der 25-jährige Lauth könnte nach wenigen Fahrminuten vom Hotel "Al Murooj" ins noch edlere und schöner gelegene VfB-Quartier "Park Hyatt" überwechseln. "Wenn ein Stürmer geht, brauchen wir eine Alternative. Benny wäre ein Kandidat", sagte Heldt, der das Hamburger Testspiel gegen die iranische Nationalelf wenige Meter neben dem erneut nicht aufgestellten Lauth auf den Zuschauerrängen verfolgte. Dessen Vertrag läuft zwar bis Mitte 2008, doch der Ex- Internationale will seine unbefriedigende Situation schnell ändern: "Wenn Hamburg mich abgeben möchte, sollen sie das sagen. Dann muss ich mich entscheiden, ob ich mich damit zufrieden gebe, hier auf der Tribüne zu sitzen."

Doch die Hürde, die Lauths Flucht aus Hamburg nach Stuttgart blockiert, heißt Jon Dahl Tomasson. Denn nur, wenn der Däne den VfB in der Winterpause doch noch verlassen sollte, könnte ein Lauth- Transfer tatsächlich über die Bühne gehen. Denn Heldt stellte kategorisch fest: "Zusätzlich werden wir im Sturm keinen Spieler verpflichten."

Tomasson in Spanien und Italien im Gespräch
Für Top-Verdiener Tomasson, der in Stuttgart noch einen hoch dotierten Vertrag bis 30. Juni 2009 hat, interessieren sich angeblich einige Clubs in Spanien und Italien. "Aber bei uns hat sich kein Verein offiziell gemeldet", betonte Heldt: "Wir gehen davon aus, dass Jon bei uns bleibt." Der Däne ist im Sturm nur noch zweite Wahl, was sich auf die Schnelle auch kaum ändern dürfte, wie Heldt glaubt: "Es ist keine leichte Aufgabe, an Cacau und Mario Gomez vorbeizukommen."

Der VfB-Manager hat sich bereits mit seinem HSV-Kollegen Dietmar Beiersdorfer wegen Lauth getroffen, wie er bestätigte. "Aber Details wie Kaufen oder Ausleihen sind mit dem HSV noch nicht besprochen worden", betonte Heldt. Obwohl Lauth in dieser Saison beim HSV nur auf sechs Bundesliga-Einsätze kam und dabei ohne Tor blieb, hält Heldt den 25-Jährigen weiter für einen Mann mit Zukunft. "Lauth hat in der Vergangenheit gezeigt, wozu er in der Lage ist. Er ist schnell, trickreich und hat einen guten Zug zum Tor. Warum es mit ihm in Hamburg nicht geklappt hat, kann ich nicht beurteilen", so Heldt.

Grundsätzlich geht der VfB-Manager davon aus, dass der Tabellenvierte ohne weitere Ab- oder Zugänge in die Rückrunde geht. "Es gibt keine Notwendigkeit, noch Leute abzugeben oder zu holen." Auch der unzufriedene Schweizer Nationalspieler Ludovic Magnin, der auf der linken Abwehrseite Arthur Boka vor sich hat, werde "definitiv bleiben". Gut stehen die Perspektiven, Senkrechtstarter Sami Khedira langfristig zu binden. "Wir sind in guten, positiven Gesprächen. Wir wollen zeitnah eine Einigung erzielen. Wir haben den Trend von ihm, dass er bei uns bleiben möchte", berichtete Heldt. Ein möglicher Nachfolger von Torhüter Timo Hildebrand soll "zeitnah" gefunden werden. Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg sei dabei einer der Kandidaten, "mit denen wir uns beschäftigen".

In Dubai will Coach Armin Veh, dessen Vertragsverlängerung um ein Jahr Heldt ebenfalls bis zur Rückkehr nach Deutschland am 17. Januar über die Bühne bringen möchte, die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückrunde legen. Nur Mittelfeldspieler Daniel Bierofka fehlt im Scheichtum: Er muss nach einer Knieentzündung in Stuttgart ein Aufbautraining absolvieren. Hotel, Wetter und Trainingsbedingungen seien in Dubai optimal, begründete Heldt die erneute Vorbereitung in dem Emirat: "Es hat uns letztes Jahr gut gefallen. Wir sind hier in einer kleinen Oase."