Heftige Proteste in Mogadischu gegen die äthiopischen Soldaten

Nairobi/Mogadischu. Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gegen die Präsenz äthiopischer Truppen im Land protestiert. Soldaten hätten Schüsse in die Luft abgegeben, um die Menge zu zerstreuen, berichteten Augenzeugen laut dem britischen Sender BBC. Die zumeist jungen Demonstranten hätten Reifen angezündet und mit Steinen geworfen. "Nieder, nieder mit Äthiopien2, riefen sie. Mindestens sieben Menschen wurden nach einem Bericht der somalischen Nachrichtenagentur Shabelle verletzt.

Nach Ablauf eines nahezu wirkungslosen Ultimatums zur Waffenabgabe hatte der Chef der somalischen Übergangsregierung, Ali Gedi, die gewaltsame Entwaffnung der Bevölkerung angekündigt. Demonstranten forderten, eine Entwaffnung müsse zeitgleich im ganzen Land stattfinden und alle Clans umfassen. Beobachter berichten, Mogadischu sei überflutet mit Waffen. Die Gewalt habe zugenommen, seit die von äthiopischen Einheiten unterstützten Regierungstruppen vor rund einer Woche die militanten Islamisten aus ihrer Hochburg Kismayo vertrieben haben. Nach BBC-Angaben befinden sich noch rund 3500 Islamisten in der Nähe von Mogadischu, etwa 600 hätten sich ins Grenzgebiet zu Kenia zurückgezogen.

Im Dschungelgebiet südlich der Hafenstadt Kismayo lieferten sich Regierungstruppen und Islamisten laut Shabelle erneut heftige Gefechte. Äthiopische und somalische Soldaten verfolgten weiterhin Kämpfer der Islamisten, die mit einem Guerillakrieg in Mogadischu drohten.

Unterdessen wollen die USA nach BBC-Angaben zunächst zehn Millionen Dollar (rund 7,7 Millionen Euro) für eine Somalia- Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) bereitstellen. Insgesamt hat Washington 40 Millionen Dollar für die Stabilisierung Somalias zugesagt.