Gaspreise: Veröffentlichung des ersten bundesweiten Vergleichs

Homepage des Bundeskartellamts zusammengebrochen

Nach der Veröffentlichung des ersten bundesweiten Vergleichs von Gastarifen ist die Internetseite des Bundeskartellamts wegen des großen Interesses der Verbraucher an den Daten zusammengebrochen.

"Unser Server ist überlastet. Momentan geht gar nichts", sagte Behördensprecherin Irene Sewczyk am Donnerstagvormittag. Mitarbeiter des Kartellamts hatten am Mittwoch den Vergleich der Angebote von 739 Gasversorgern auf die Homepage gestellt.

"Im Laufe des Mittwochnachmittags war die Homepage dann nicht mehr erreichbar," erklärte die Sprecherin. Nicht nur über die Internetseite versuchten Verbraucher, auf die Daten zurückzugreifen. Die Mitarbeiter der Behörde mussten zudem einen Ansturm von Telefonanrufen und E-Mails bewältigen. Die Behörde arbeitete laut Sewczyk auf Hochtouren daran, den Zugang wiederherzustellen.

Der Grund für das enorme Interesse liegt auf der Hand: Bei dem Tarifvergleich hatte das Kartellamt drastische Unterschiede bei den Gaspreisen in Deutschland festgestellt. Die Preisdifferenzen betrugen bis zu 59 Prozent für die gleiche Gasmenge.

So verlangen die Stadtwerke Soltau in Niedersachsen derzeit als billigster Anbieter für die Versorgung einer Wohnung mit 7.000 Kilowattstunden Gas im Jahr lediglich 381 Euro. Die baden-württembergische Gasversorgung Blaubeuren berechnet dagegen für die gleiche Gasmenge laut Bundeskartellamt 605,86 Euro und damit 59 Prozent mehr. Nur wenig kleiner fallen die Preisunterschiede bei der Abnahme größerer Gasmengen aus. Die nun vorhandene Datenbasis will die Wettbewerbsbehörde nutzen, um ihre Missbrauchsaufsicht noch effektiver zu machen.

( ap )