Weltkulturerbe: Antrag kollidiert nicht mit Bau der Hafencity

Kein zweites Köln in Hamburg

Die Aufnahme von Speicherstadt und Kontorhausviertel auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes stellt nach Ansicht der Kulturbehörde keine Gefahr für den Weiterbau der Hafencity dar.

Hamburg. "Wir gehen nicht davon aus, dass hochragende Neubauten außerhalb des Kulturerbegebietes zum Problem werden", sagte Behördensprecher Björn Marzahn am Mittwoch. Das hätten Zwischenergebnisse eines Gutachtens ergeben, mit dem die Vereinbarkeit von Hafencity und Weltkulturerbe geprüft werde. Medien hatten berichtet, dass Hamburg seinen Antrag möglicherweise zurückziehe, um die Hafencity nicht zu gefährden.

Ein zweites Köln ist in Hamburg damit nicht zu erwarten. Dort hatte die Unesco gedroht, den Dom wieder von der Liste zu streichen, weil die Stadt in der Nähre mehrere Hochhäuser errichten wollte, durch die das Unesco-Komitee die Gesamterscheinung des Doms gefährdet sah. Nach langen Verhandlungen musste der Kölner Stadtrat sein Bauvorhaben schließlich kippen.

In Hamburg sollen neben den 1912 errichteten Lagerhäusern der Speicherstadt auch das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus den begehrten Titel in der Kategorie "Modernes Erbe" erhalten. Marzahn zufolge werde die UN-Behörde seine Entscheidung voraussichtlich erst 2014 treffen. Bislang ist Hamburg als einziges Bundesland noch ohne Weltkulturerbe.