Arbeitslosenzahlen: Saisonaler Anstieg geringer als im Vorjahr

In Hamburg ging die Quote sogar weiter zurück

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember weniger gestiegen als es zu dieser Jahreszeit üblich ist. Die Marke von vier Millionen wurde nur knapp überschritten. In Hamburg waren die Zahlen sogar rückläufig und Schleswig-Holstein verzeichnete den geringsten Anstieg seit 57 Jahren.

Nürnberg. Wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, lag die Zahl der Arbeitslosen bei 4 008 000. Das sind 12 000 mehr als im November. Saisonbereinigt sei ein "beträchtlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit um 108 000" festzustellen, hieß es. Die Quote liegt nun unverändert bei 9,6 Prozent.

Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank Weise, sagte zu den aktuellen Zahlen: "Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember 2006 weitaus weniger gestiegen als üblich. Saisonbereinigt gab es einen außergewöhnlich starken Rückgang der Arbeitslosigkeit." Im abgelaufenen Jahr 2006 habe auch der Arbeitsmarkt von der wirtschaftlichen Besserung profitiert. "Die Arbeitslosigkeit ist kräftig gesunken", betonte Weise.

Gegenüber dem Vorjahr zählte die Bundesagentur 597 000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruhe vor allem auf dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Darüber hinaus seien auch das vergleichsweise milde Wetter und die wegen der Mehrwertsteuer vorgezogenen Arbeiten in Bau- und baunahen Bereichen von Einfluss gewesen.

In Hamburg ist die Zahl der Erwerbslosen im Dezember sogar weiter zurückgegangen. Sie sank von 87 900 auf 86 700. Die Quote beträgt nun 9,9 Prozent, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Im November hatte die Arbeitslosenquote noch bei 10,0 Prozent und vor einem Jahr bei 11,3 Prozent gelegen.

Eine positive Entwicklung gab es auch auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein, wo der saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember marginal war. Zum Jahresende hatten im nördlichsten Bundesland 126 500 Menschen keinen Job. Das waren nur 700 mehr als im November. Damit sei der geringste Anstieg in einem Dezember seit 1950 zu verbuchen, hieß es.