Maut: Lkw-Fahrer müssen nun auch für erste Bundesstraßen zahlen

Betreiber Toll Collect mit Start zufrieden

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Die Lkw-Maut ist am Neujahrstag erstmals auf ausgewählte Bundestraßen ausgedehnt worden. Im Raum Hamburg soll die Abgabepflicht auf der B 75 und B 4 den Ausweichverkehr schwerer LKW eindämmen.

Berlin. "Das System funktioniert seit Null Uhr erwartungsgemäß in hoher Qualität", teilte Toll-Collect-Sprecherin Claudia Steen am Montag in Berlin mit. Die Kostenplicht von durchschnittlich 12,4 Cent je Kilometer gilt jetzt auf einer Strecke von insgesamt 25.080 Kilometern für schwere Lkw ab 12 Tonnen. Auf 80 Kilometern werden Lkw-Fahrer nun auch auf zwei Bundesstraßen-Teilabschnitten in Norddeutschland und einem Teilabschnitt im Südwesten Deutschlands zur Kasse gebeten.

Im Hamburger Raum gilt die Mautpflicht für die B 75 zwischen der A 253 und der A 7 auf einem kurzen Teilstück sowie für die B 4 nördlich der A 23 über etwa 35 Kilometer bis Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein.

In Südwestdeutschland ist ab sofort die B 9 auf etwa 10 Kilometer Länge von der französischen Grenze bis nach Rheinland-Pfalz zur Anschlussstelle Kandel-Süd der A 65 abgabepflichtig. Seit dem Start des Gebührensystems vor zwei Jahren hatte die LKW-Maut dort auf rund 24.000 Autobahn-Kilometern gegolten. Jetzt kamen durch die Erweiterung 1000 Kilometer hinzu.

Die Ausdehnung der Maut auf Bundesstraßen soll vor allem den bisherigen Ausweichverkehr von den Autobahnen eindämmen. Andere Bundesländer greifen dazu aber auch auf die Sperrung von Abschnitten auf Bundes- oder Landstraßen zurück.

Nach Betreiberangaben wurden die Daten für die neue Streckenkarte auf die Lkw-Bordcomputer (OBUs - On-Board-Units) und die Systeme für die manuelle Einbuchung per Internet und Tankstellen-Terminals übertragen. Damit können auch auf den betroffenen Abschnitten der Bundesstraßen die Strecken berechnet und elektronisch abgerechnet werden. Der Verzicht auf den Bau neuer Mautbrücken bedeutet lediglich, dass auf den neuen Strecken die Kontrollen zur Abwehr von Mautprellern nur noch mobil von den Beamten des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) erfolgen können.

( dpa, abendblatt.de )