Drei Verletzte beim Bombenanschlag auf den Madrider Flughafen

ETA beendet damit die Waffenruhe.

Madrid. Die baskische Untergrundorganisation ETA hat nach neun Monaten die Waffenruhe beendet: In einem Parkhaus auf dem Flughafen von Madrid explodierte am Samstag eine Autobombe. Drei Menschen wurden leicht verletzt, unter ihnen ein Polizist. Kurz zuvor waren bei den Behörden im Baskenland zwei Telefonanrufe eingegangen, in denen vor der Bombe gewarnt wurde. Ein Mann bekannte sich im Namen der ETA zu dem Anschlag.

Nach der Explosion gegen 09.30 Uhr am Morgen stieg dichter Rauch über dem Parkhaus auf. Das Terminal vier wurde geräumt und der gesamte Flughafen Barajas geschlossen, wie die spanische Fluggesellschaft Iberia erklärte. Die paramilitärische Polizei bestätigte, dass es sich um eine Autobombe gehandelt habe.

Die ETA hatte im März einen dauerhaften Waffenstillstand ausgerufen und seitdem keine Anschläge mehr verübt. Gleichzeitig hatte sie Friedensverhandlungen mit der Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero gefordert. Der Regierungschef hatte trotz Protesten aus der konservativen Opposition zugesagt, Gespräche mit der ETA aufzunehmen. Zu ersten Kontakten kam es nach Medienberichten vor drei Wochen in einem europäischen Land. Es hieß, die Regierung sei zuversichtlich, dass die Waffenruhe halten werde.

Zuletzt mehrten sich Gerüchte, wonach die Untergrundorganisation den Waffenstillstand aufkündigen wolle, um gegen die Unbeweglichkeit der Regierung im Friedensprozess zu protestieren. Zapatero hatte noch am Freitag erklärt, die Regierung sei optimistisch, dass die Waffenruhe zu einem Friedensprozess führen werde.