Initiative gegen französischen Einfluss bei Airbus-Muttergesellschaft

Handelskammer: Hamburg soll sich an EADS beteiligen

Die Handelskammer Hamburg hat sich dafür ausgesprochen, ein deutsches Gegengewicht zum Einfluss des französischen Staates bei der EADS zu erhalten.

Hamburg. Die Kammer sei grundsätzlich gegen Beteiligungen des Staates an privaten Unternehmen und halte einen privaten Investor oder ein Konsortium deutscher Firmen als EADS-Gesellschafter für optimal, sagte Handelskammer-Präses Karl-Joachim Dreyer am Freitag in seiner Jahresschluss-Rede vor der "Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg".

Keine freie Marktwirtschaft Falls dies nicht vollständig gelinge, sollte sich Hamburg direkt oder mittelbar an der EADS beteiligen. Ein bislang von DaimlerChrysler gehaltener EADS-Anteil von 7,5 Prozent steht gegenwärtig zum Verkauf. "Die reine Lehre der freien Marktwirtschaft ist zumindest so lange nicht anwendbar, wie der französische Staat direkten Einfluss auf die Geschäftspolitik bei Airbus nimmt", sagte Dreyer. "Dieser Einfluss braucht ein Gegengewicht." Unabhängig von den aktuellen Herausforderungen sehe er für den Luftfahrtstandort Hamburg sehr gute Perspektiven.

"Masterplan Industrie" ist in Arbeit Ohnehin verdiene die Industrie die volle Aufmerksamkeit. Hamburg brauche eine industriepolitische Strategie, um die Leistungsfähigkeit der Industrie als Ausgangspunkt der Wertschöpfungskette zu erhalten, sagte der Kammerpräses. Gemeinsam mit der Wirtschaftsbehörde und dem Industrieverband arbeite die Kammer an einem "Masterplan Industrie". "Sein Ergebnis wird zeigen, wie ernst es dem Senat mit der Pflege des industriellen Kerns der wachsenden Stadt Hamburg ist", erklärte Dreyer.

Hoffnungsfroh stimme ihn, dass die Produktion in dem stillgelegten Hamburger Aluminiumwerk wieder aufgenommen wird. "Das ist ein Beleg dafür, dass die Grundstoffindustrie in unserer Stadt eine Zukunft hat und dass der Verlust industrieller Arbeitsplätze kein ehernes Gesetz sein muss."