Stau am Nord-Ostsee-Kanal nach Kollision in Kieler Schleuse

Eine Kollision in der Schleuse Kiel-Holtenau hat am Nord-Ostsee-Kanal einen anhaltenden Verkehrsstau verursacht.

Große Tanker und Containerschiffe ab 125 Metern Länge konnten die Wasserstraße auch am Donnerstag bis in den Abend hinein nicht passieren, nachdem ein 183 Meter langer Tanker am Mittwoch bei der Einfahrt ein Schleusentor gerammt hatte und die große Nordschleuse deshalb gesperrt werden musste. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel schätzte den Sachschaden am Schleusentor auf eine Million Euro.

Da auch die Südschleuse derzeit repariert wird, standen nur noch die kleineren "Alten Schleusen" zur Verfügung, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Deshalb mussten große Schiffe vor der Einfahrt in Brunsbüttel und Kiel warten oder konnten den Kanal in Holtenau nicht verlassen. Teilweise lagen während der komplizierten Reparaturarbeiten an der Holtenauer Schleuse mehr als ein Dutzend Schiffe auf der Reede vor Brunsbüttel beziehungsweise Kiel. Unfallursache war vermutlich menschliches Versagen, hieß es.

Die Schifffahrt habe sich auf die teilweise Sperrung des Kanals eingestellt, sagte ein Sprecher des des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg. Viele Kapitäne entschieden sich vermutlich, den längeren Weg um Skagen herum zu nehmen. Die übrigen nahmen wahrscheinlich bewusst eine längere Wartezeit auf Reede vor Anker in Kauf. In diesem Jahr hatten schon mehrfach Kollisionen den Schiffsverkehr auf dem Nord- Ostsee-Kanal behindert. Allein im Monat Dezember krachte es fünf Mal auf der am meisten befahrenen künstliche Wasserstraße der Welt.

Der Kanal verbindet die Kieler Förde mit der Elbemündung bei Brunsbüttel und erspart den Schiffen einen 250 Seemeilen langen Weg um Skagen. Durch die Schleusen dürfen rund um die Uhr in beiden Richtungen Schiffe von bis zu 235 Metern Länge und 32,50 Metern Breite fahren. Obwohl die engsten Stellen im Kanal mindestens 102 Meter von Ufer zu Ufer messen, können nicht überall zwei Schiffe aneinander vorbei fahren: Das eigentliche, elf Meter tiefe Fahrwasser ist auf dem Grund des Kanals an vielen Stellen nur 44 Meter breit. Zwölf Ausweichstellen - so genannte Weichen - ermöglichen auch großen Schiffen das Passieren.