Krieg in Somalia:

Islamisten ziehen sich aus Mogadischu zurück

Ein Bombardemant der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist offenbar in letzter Sekunde verhindert worden. Unmittelbar vor einem gewaltsamen Einmarsch der Regierungstruppen gab die islamische Miliz die Stadt auf.

Mogadischu. Mit dem Rückzug solle ein weiteres Blutvergießen verhindert werden, sagte Islamistenführer Scheich Scharif Ahmed am Donnerstag dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira. Zuvor hatten durch äthiopische Tuppen verstärkte Einheiten der international anerkannten somalischen Übergangsregierung mit einem Sturm auf die Stadt gedroht. Im Norden Mogadischus hatten Augenzeugen kurz vor der Nachricht vom Rückzug der Islamisten von Maschinengewehr-Feuer und vorrückenden Regierungstruppen berichtet.

Am Sitz der Regierung in Baidoa sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP, dass die Milizionäre vor dem Abzug ihre Arsenale geöffnet und Waffen und Munition an die örtliche Bevölkerung ausgeteilt hätten. Damit sollten "Chaos und Unruhen" geschürt werden, sagte der Sprecher. Scheich Ahmed warf der mit der Übergangsregierung verbündeten äthiopischen Armee unterdessen vor, "Völkermord am somalischen Volk" zu begehen.

Das christlich geprägte Nachbarland Äthiopien hatte den Islamisten, die nach dem Fall von Mogadischu im vergangenen Juni den Großteil Somalias kontrollierten, am Sonntag den Krieg erklärt. Äthiopien unterstützt die bedrängte Übergangsregierung im Süden des ostafrikanischen Landes, um einen islamischen Gottesstaat in Somalia zu verhindern. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen konnte sich unterdessen auch im zweiten Anlauf nicht auf einen Appell zu einer friedlichen Lösung des Konflikte einigen.