Suffolk-Ripper: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Familienvater soll der Mörder sein

Im Fall der Prostituiertenmorde im britischen Ipswich lag die Polizei bei der zweiten Festnahme offenbar richtig: Noch am Freitag soll gegen den 48 Jahre alten Vater dreier Kinder Anklage erhoben werden. Der zuvor beschuldigte Tom S. ist inzwischen wieder auf freiem Fuß.

London. Sein Name ist Steven W. und er soll alle fünf Prostituierten, die zwischen dem 2. und 12. Dezember tot aufgefunden worden waren, umgebracht haben. Der 48-Jährige, der in unmittelbarer Nähe des Rotlichtviertels der Stadt Ipswich wohnt, war am frühen Dienstagmorgen in seinem Reihenhaus festgenommen worden.

Für die Ermittler war es ein Wettlauf gegen die Zeit. Der mutmaßliche Frauenmörder hätte nach britischem Recht spätestens Samstagmorgen auf freien Fuß gesetzt werden müssen, wenn es nicht zu einer Anklageerhebung gekommen wäre. Staatsanwalt Michael Crimp erklärte, die Fahnder hätten sehr sorgfältig alle Beweismittel geprüft und seien zu dem Schluss gelangt, dass diese für eine Anklageerhebung ausreichen würden. Neben dem Verhör hatten die Fahnder in der Wohnung und dem Auto des Familienvaters nach Spuren gesucht.

Nach Angaben britischer Medien gehörte der frühere Schiffskellner und jetzige Gabelstaplerfahrer Steven W. zu den Stammkunden des Rotlichtviertels, in dem alle Opfer im Alter von 19 bis 29 Jahren ihr Geld verdienten. Die Polizei machte nur sehr wenige Angaben zu dem mutmaßlichen Serienmörder. Der Staatsanwalt rief die Medien zur Zurückhaltung bei der Berichterstattung auf und betonte, dass der Beschuldigte das Recht auf ein faires Verfahren habe.