Stadtentwicklung: Glaswürfel-Projekt zu teuer

Hamburger Domplatz wird nicht bebaut

Seit 60 Jahren ist der Hamburger Domplatz unbebaut. Und er wird es bleiben – vorerst. Der „kristalline Glaswürfel“, der den Platz zieren sollte wird nicht gebaut. Der Grund sind die Kosten.

Hamburg. Der umstrittene Plan für die Bebauung des Hamburger Domplatzes ist vom Tisch. "Das Projekt Domplatz wird zu den Akten gelegt", sagte Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) am Dienstag. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Senats sei die "Kostenexplosion" für das Bauvorhaben gewesen. Der Chef der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Michael Neumann, bezeichnete das Votum als "persönliche Niederlage für Bürgermeister von Beust". Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Bernd Reinert, hält den Beschluss angesichts der Kosten dagegen für richtig. Der Platz dürfe nun aber nicht wieder zu einem Parkplatz werden.

Auch Helmut Schmidt hat sich eingeschaltet Der Absage war ein monatelanger Streit vorausgegangen, in den sich auch Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) eingeschaltet hatte. Die Stadtentwicklungsbehörde hatte Ende 2005 in einem Wettbewerb einen "kristallinen Solitär" ausgewählt, einen futuristisch wirkenden Glaswürfel. Nun soll nach den Worten von Welcks erneut ein Wettbewerb über die künftige Gestaltung des Platzes stattfinden. Neumann forderte, beim Neuanfang für die Domplatz-Gestaltung einen breiten Konsens in der Stadt zu suchen.

Bei den künftigen Plänen solle Rücksicht auf die historische Bedeutung des Platzes genommen werden, sagte von Welck. Der Domplatz ist seit 60 Jahren unbebaut. Bis Jahresende graben Wissenschaftler dort noch nach Resten der Hammaburg, der "Keimzelle" der Stadt Hamburg.