Neues Blutvergießen in Gaza:

Bush stellt sich hinter Abbas

Der Waffenstilstand zwischen Hamas und Fatah bröckelt weiter. Bei Feuergefechten in Gaza hat es am Dientagmorgen mindestens einen Toten und elf Verletzte gegeben. US-Präsident George Bush sprach sich für Neuwahlen aus.

Gaza. Bei einer Schießerei auf dem Gelände des Schifa-Hospitals wurden nach Angaben von Augenzeugen ein Hamas-Aktivist getötet und elf weitere verletzt, einer davon schwer. Die Schießerei dauerte über eine Stunde, Kinder suchten auf ihrem Schulweg verzweifelt nach Deckung.

Kämpfer bezogen Stellungen auf umliegenden Dächern. Einige feuerten mit Raketenwerfer aufeinander. Zu der Schießerei kam es nach Angaben der Hamas, als eine Gruppe bewaffneter Fatah-Anhänger das Krankenhaus stürmte. Zwei der Angreifer wurden den Angaben zufolge festgenommen.

Auch an der Residenz von Präsident Mahmud Abbas fielen Schüsse. Maskierte Angreifer feuerten auf Wachen an einem Kontrollposten. Allerdings hielt sich Abbas zu der Zeit nicht in Gaza, sondern in Ramallah im Westjordanland auf.

Die USA haben sich unterdessen hinter die Ausrufung baldiger Neuwahlen in den palästinensischen Gebieten und damit hinter Abbas gestellt. Die verfassungsrechtliche Grundlage des Schritts sei allerdings nicht ganz klar, räumte US-Außenamtssprecher Sean McCormack am Montag ein. Die Ausrufung von Neuwahlen sei in der Verfassung aber auch nicht verboten. Er kündigte zudem an, dass Präsident George W. Bush sich beim Kongress dafür einsetzen werde, dass die Truppen, die loyal zu Abbas stehen, finanzielle und logistische Unterstützung bekommen.

Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija kündigte für den heutigen Dienstag eine Rede an, in der er seine Antwort auf die Neuwahl-Initiative von Abbas geben will. Hanija werde die Rede um 17 Uhr MEZ halten, teilte sein Büro mit.