HSV holt am 17. Spieltag erneut ein Remis

Der Ausgleich kam aus den eigenen Reihen

| Lesedauer: 5 Minuten

Auf einem völlig matschigem Boden kämpfte die Elf von Doll gegen die Aachener und holte beinahe drei Punkte. Doch ein Eigentor von Reinhardt in der 90. Minute machte den Traum zunichte. Aachen und der HSV trennen sich mit einem 3:3. Der Vorstandvorsitzende Bernd Hoffmann kündigte an, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

Der Tivoli war vom vielen Regen aufgeweicht. Dennoch war das Stadion ausverkauft. 20.800 Fans wollten die Partie Alemannia Aachen gegen den angereisten HSV sehen. Geboten wurde ihnen ein wahres Sport- und Torfest. Für die Hamburger Fans gab es leider auch noch eine tragische Einlage ganz zum Ende des Spiels. Ein Eigentor von Bastian Reinhardt in der letzten Minute verwehrte dem Hamburger SV ein versöhnliches Ende der völlig verkorksten Hinrunde in der Fußball-Bundesliga.

Die Zukunft von Trainer Thomas Doll scheint damit weiter offen. Denn während die Aachener die Hinrunde mit 19 Punkten beendeten, überwintert der Tabellendritte des Vorjahres mit 13 Punkten als Vorletzter mit vier Zählern Abstand auf das rettende Ufer und ist seit neun Spielen ohne Sieg.

Mit viel Leidenschaft, großem Einsatz und einigen guten spielerischen Akzenten verdiente sich der HSV die scheinbar sichere 3:1-Führung durch die Tore von Besart Berisha (32.), Collin Benjamin 67.) und den eingewechselten Daniel Ljuboja (76.). Bei strömendem Regen, böigem Wind und tiefem Boden kamen die Gastgeber, die am vergangenen Wochenende die Misere von acht Spielen ohne Sieg mit dem 2:1 in Wolfsburg beendet hatten, durch Tore von Laurentiu Reghecampf (62., Foulelfmeter) und Cristian Fiel (77.) zweimal heran und durch Reinhardts Missgeschick schließlich zum glücklichen Punktgewinn.

Die Hamburger Spieler zeigten durch ihr beherztes Spiel, dass sie "es" noch können. Doch vor allem in der ersten Hälfte vermisste man die Chancennutzung. So hatten Boubacar Sanogo und Berisha mehrfach riesige Möglichkeiten. Aber auch die Aachener, die über weite Strecken der ersten Hälfte überhaupt nicht ins Spiel fanden, kamen zu ihren Möglichkeiten, wobei sich Marius Ebbers in der 26. und 30. Minute die bis dahin größten Chancen boten.

Nach der verdienten Führung durch Berisha kam die Alemannia wie aus heiterem Himmel zum Ausgleich durch den Foulelfmeter von Reghecampf, zuvor soll Benjamin ein Foul an Alexander Klitzpera begangen haben. Mit unbedingtem Siegeswillen kam der HSV durch Benjamins Kopfballtor zur erneuten Führung, die Ljuboja sogar ausbaute. Erst dann zeigten die Aachener den nötigen Biss und wurden letztlich dafür belohnt.

Möglicherweise könnte die Art und Weise, wie die ohne acht Stammspieler angetretene HSV-Elf spielte, den Willen der HSV-Führung unter dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann gestärkt haben, an Doll festzuhalten. Ob dem so ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Abrechnung an der Alster

Der Vorstandvorsitzende Bernd Hoffmann machte unmittelbar nach dem frustierenden Abschluss der Hinrunde klar, dass nach dem "Tüpfelchen auf dem I" in der kommenden Woche eine genaue Analyse erfolgen wird. "Wir werden uns zusammensetzen und zügig, aber nicht hastig die Maßnahmen ergreifen, die nötig sind, um 25 Punkte plus x zu holen und den Abstieg zu vermeiden. Der Eindruck heute spielt dabei sicher eine wichtige Rolle", sagte der Vorstands-Boss.

Hoffmann war mit den ersten 75. Minuten der Partie zufrieden, die letzte Viertelstunde stimmte ihn hingegen nachdenklich. Und der letzte Eindruck prägt bekanntlich. So ließen die weiteren Kommentare den Eindruck zu, dass die Nibelungentreue zum fleißigen, aber seit Monaten glücklosen Trainer am Tivoli in Aachen ein Ende gefunden hat. "Ich werfe niemanden etwas persönlich vor. Aber ich habe zu konstatieren, dass wir nur 13 Punkte aus 17 Spielen geholt haben und auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen. Wir werden jeden Stein umdrehen, den man umdrehen muss. Das schließt alles Erdenkliche ein", sagte Hoffmann, der am Ende seiner Leidensfähigkeit angelangt scheint.

Auch Thomas Doll weiß, was die Stunde geschlagen hat. "Ich habe überhaupt keine Argumente. Mit nur 13 Punkten stehst du als Trainer an der Spitze der Misere", sagte der Ex-Nationalspieler, der aber weiter kämpfen will und positive Aspekte anführt: "Die Mannschaft ist bereit, den Kampf anzunehmen. Und zum neuen Jahr kommen die verletzten Spieler zurück, das gibt neuen Elan."

Weitere Ergebnisse vom 17. Spieltag

Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt 1:0 1. FC Nürnberg - Hannover 96 2:1 FSV Mainz 05 - Bayern München 0:4 Arminia Bielefeld - Schalke 04 0:1 Energie Cottbus - VfB Stuttgart 0:0

Kurztabelle

  1. Schalke 04 - Punkte: 36
  2. Werder Bremen - Punkte: 33
  3. Bayern München - Punkte: 33
  4. VfB Stuttgart - Punkte: 32
  5. Hertha BSC Berlin - Punkte: 27
  6. 1. FC Nürnberg - Punkte: 23
  7. Arminia Bielefeld - Punkte: 22
  8. Bayer Leverkusen - Punkte: 22
  9. Borussia Dortmund - Punkte: 22
  10. Eintracht Frankfurt - Punkte: 20
  11. Hannover 96 - Punkte: 20
  12. VfL Wolfsburg - Punkte: 19
  13. Alemannia Aachen - Punkte: 19
  14. VfL Bochum - Punkte: 18
  15. Energie Cottbus - Punkte: 17
  16. Borussia Mönchengladbach - Punkte: 15
  17. Hamburger SV - Punkte: 13
  18. FSV Mainz 05 - Punkte: 11