Nahost-Konflikt: Oberstes Gericht fällt Urteil zu Tötungsaktionen

Israel erlaubt gezielte Tötungen

Seit Jahren beseitigt die israelische Armee militante Palästinenser. Die israelische Justiz hat das gezielte Töten jetzt auch offiziell genehmigt.

Jerusalem. Das oberste israelische Gericht hat gezielte Tötungen in bestimmten Fällen gebilligt. Das verlautete am Donnerstag in Jerusalem aus Justizkreisen. "Man kann nicht von vornherein sagen, dass gezielte Tötungen dem internationalen Recht widersprechen", urteilten die Richter demnach. Genauso wenig könne gesagt werden, dass alle gezielten Tötungen internationalem Recht entsprächen.

Die Rechtmäßigkeit einer gezielten Tötung müsse von Fall zu Fall entschieden werden. Die Identität der Zielperson müsse mit Sicherheit bekannt sein; mögliche Entschädigungen müssten für unschuldige Opfer in Betracht gezogen werden, urteilten die Richter.

Bereits über 340 Menschen getötet Die israelische Armee tötet sei Jahren gezielt militante Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland. Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B'Tselem kamen seit Beginn der zweiten Intifada vor sechs Jahren 210 palästinensische Kämpfer bei gezielten Tötungsaktionen der israelischen Armee ums Leben sowie 129 Zivilisten.