Live

Das Fremdschämen überwiegt

Die Komödie „Book Club“ präsentiert prüde Pointen über Sex in den 70ern

Das Kino bedient sich gern an der Literatur – als Rohstofflieferant. Und manchmal macht es auch Filme über das Lesen. Oder gar über Leseclubs. So auch in „Book Club – Das Beste kommt noch“, was ein großes Wiedersehen ist für vier Frauen in einem gewissen Alter, für die es ja nicht mehr so viele Rollen gibt. Jane Fonda, Diane Keaton, Mary Steenburgen und Candice Bergen spielen die vier Frauen, die sich seit Jahrzehnten treffen und gemeinsam über Bücher sprechen. Gleich zu Beginn schlägt (wer sonst?) Jane Fonda vor, sie sollten als Nächstes „50 Shades Of Grey“ lesen. Alle Damen winken erst mal ab. Lesen das SM-Skandalbüchlein dann aber doch. Und klar, bald geht es auch um die eigenen sexuellen Bedürfnisse.

Vivan (Fonda) hat als Hoteliersfrau das Geschäft immer vor die Gefühle gestellt und sich mit One-Night-Stands auch im Alter begnügt. Carol (Steenburgen) möchte ihr lahmes Eheleben reaktivieren, Diane (Keaton) soll nach dem Tod ihres Mannes zu den Töchtern in den Keller ziehen . Und die strenge Richterin Sharon (Bergen) erlebt einen späten Frühling durch Dating-Apps im Internet.

Man hätte den Damen gleichwohl einen Film gewünscht, der ihrer Schauspielkunst doch etwas mehr abverlangt hätte und nicht nur im Grunde recht prüde Pointen über Sex in den 70ern bietet. Man schmunzelt zuweilen, aber das Fremdschämen überwiegt.

„Book Club – Das Beste kommt noch“ USA 2018, 104 Min., o.A., R: Bill Holderman, D: Jane Fonda, Diane Keaton, Mary Steenburgen, Candice Bergen, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg, Passage; https://squareone-entertainment.com/bookclub/