Hamburg

Fleisch geschächteter Tiere serviert: Schulsenator greift durch

Ties Rabe stellt klar: Kein Schüler in Hamburg hat ein Recht auf Halal-Speisen. Kantinen werden überprüft

Hamburg.  In der Debatte um Halal-Essen an Hamburger Schulen hat Schulsenator Ties Rabe (SPD) klar Stellung bezogen: „Es gibt keinen Anspruch, von wem auch immer, auf bestimmte Speisen, die nach bestimmten religiösen, kulturellen oder sonstigen Riten zubereitet sind.“ Er werde solchen Ansprüchen weiter entgegentreten. Das gelte im Übrigen nicht nur für die im Islam geltende Regel, wonach zum Beispiel Fleisch nur dann halal („zulässig“) ist, wenn es von geschächteten Tieren stammt, sondern für alle religiös motivierten Ansprüche: Wenn man versuche, „die Vielfalt dieser Stadt in den Speiseplan zu pferchen“, so Rabe, dann könne man „außer Kartoffelmus nichts mehr essen“.

Auf die Frage, ob es möglicherweise sogar rechtswidrig ist, dass nach Abendblatt-Recherchen an mindestens drei Hamburger Schulen bereits Halal-Gerichte angeboten werden oder wurden, kündigte Rabe eine Kontrolle der Kantinen an: „Wir sehen das juristisch problematisch und werden diese Fakten zum Anlass nehmen, uns das genau anzugucken.“ Hintergrund: Das Schächten unbetäubter Tiere ist in Deutschland verboten und wird nur in Ausnahmefällen gestattet. Ausschließlich Speisen entsprechend einer Weltanschauung oder einer Konfession anzubieten wäre ebenfalls rechtswidrig.

Ausgangspunkt sind Vorgänge an der Schule Bonhoefferstraße in Billstedt. Wie berichtet, hatte der Senat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD dargestellt, der dortige Elternratsvorsitzende habe „unverhältnismäßig vehement“ gefordert, es müsse zukünftig Halal-Fleisch in der Schulkantine angeboten werden. Der Elternrat der Schule widerspricht dieser Darstellung des Senats allerdings. Solch eine Forderung habe es nie gegeben. Vielmehr sei das Fleisch an der Schule bereits seit Jahren halal.

Seite 12 Ein Caterer berichtet aus der Praxis

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