Titel

Wisch you were here

Mehr als zwei Stunden investieren die Deutschen wöchentlich in den Hausputz – sehr gern mit Musik dazu

Es heißt, dass Eltern von Kleinkindern rund ein Drittel ihres täglichen Kalorienbedarfs über den Fußboden aufnehmen. Karotten, Gurken, Erbsen, Nudeln, Zwieback, Brokkoli, Dinkelbrot und was der Zwerg sonst noch über die Bordkante des Hochstuhl-Tabletts wirft oder fallen lässt, wird sofort vom Personal verwertet. Das erinnert etwas an die Kehrmaschinen, die hinter dem Schlagermove herfahren, und ist auch ungefähr so eklig.

Trotzdem behaupten 21 Prozent der Deutschen, dass ihr Boden sauber genug wäre, um davon zu essen, wie eine Studie von „Research Now“ im Auftrag von Kärcher ergeben haben soll. Zwei Stunden und 17 Minuten putzen die Deutschen in der Woche, sieben Minuten über dem weltweiten Durchschnitt. Am längsten putzen mit knapp drei Stunden die Berliner, gefolgt von den Baden-Württembergern. Der Exodus der Schwaben und ihrer Leidenschaft für die Kehrwoche in die Hauptstadt hat also offensichtlich (keine) Spuren hinterlassen. Wer also Angst vor den angesagten Staubsauger-Robotern hat, Herrschaft der Maschinen und so, der kann sich als Alternative einen Schwaben anschaffen.

Am besten einen, der auch gut singen kann. 70 Prozent der Befragten gaben an, die Hausarbeit mit Hintergrundmusik angenehmer zu gestalten. „Wish You Were Here“ von Pink Floyd, „Another One Bites The Dust“ von Queen, „Man In The Mirror“ von Michael Jackson, „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana, „Deutschland verdrecke“ von den Ärzten oder „Steh auf, wenn du am Boden bist“ von den Toten Hosen: Da wird der Schrubber zum Tanzpartner und die Klobürs... der Staubwedel zum Mikrofon. Sauber!