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Neu in der Partei

Mit dem Gedanken hatte er schon lange geliebäugelt. Kurz vor der Bundestagswahl setzte er ihn dann auch in die Tat um: Florian Möllendorf ist in die SPD eingetreten, genau gesagt in seinem Heimat-Distrikt Langenhorn-Süd. Einerseits hätten ihm die politischen Verwerfungen in Europa nach dem Brexit Sorgen bereitet, anderseits habe ihn der auf soziale Gerechtigkeit ausgelegte SPD-Wahlkampf angesprochen, sagt der 18-Jährige, der auch in der Kirchengemeinde aktiv ist, sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert und einen Platz für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) sucht.

Mit seinem Eintritt in eine Partei liegt der Schüler im Trend: Mehr als 900 Mitglieder hat die Hamburger SPD 2017 hinzugewonnen, auch fast alle anderen Parteien legten kräftig zu. Aber wohl längst nicht alle sind so engagiert wie Florian Möllendorf, der bei den Jusos schon voll mitmischt. Sogar eine Rede auf dem Bundeskongress in Saarbrücken hat er bereits gehalten, und das zu dem nicht ganz trivialen Antrag „Queer ist keine Krankheit! Konversionstherapie verbieten“. Dafür gab es Applaus, und Florian Möllendorf fühlt sich inzwischen heimisch in der SPD: „Ich hätte viel früher eintreten sollen.“

Seite 11 Die neue Lust auf Politik