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Federn, Daunen, Synthetik? Auf die Füllung kommt es an

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Katja Deutsch

Kissen und Decken sollen wärmen und Feuchtigkeit transportieren

Auf welcher Art Kopfkissen man seinen müden Kopf am besten bettet, muss man ausprobieren, denn jeder mag es anders. Hart oder weich, groß oder klein, Synthetik oder Federn? „Hohlfasern sind grundsätzlich synthetische Fasern, die bei der Herstellung mit Luftkanälen versehen werden und optisch einer Makkaroni ähneln“, sagt Barbara Schmidt-Zock vom Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie. „Polyesterhohlfasern und auch silikonisierte Hohlfasern bieten gute Isolationseigenschaften und ein hohes Wärmerückhaltevermögen.“ Wer nachts stark schwitzt, wählt deshalb vielleicht öfter ein Kissen mit Hohlfaserfüllung, da es sich ohne großen Aufwand alle zwei Wochen waschen und trocknen lässt. Natürlich kann man auch sein Federkopfkissen in die Waschmaschine stecken, aber um eine Verklumpung der Federn und Daunen zu vermeiden, muss es bei niedriger Temperatur im Trockner mit Tennisbällen getrocknet werden und sollte alle zwei Stunden für jeweils zwei Stunden ruhen.

Bei der Anschaffung der Bettdecke ist nicht nur auf ein Winter- und ein Sommerbett zu achten, sondern auch die individuelle Frieranfälligkeit ist im Auge zu behalten. Denn die Einteilung „Frostbeule“ oder „Glutofen“ ist genetisch bedingt und erfordert entsprechende Zudecken.

Bettdecken, gefüllt mit Daunen und Federn von Enten und Gänsen, sind sehr leicht, können sich sehr gut aufbauschen und überzeugen durch ein besonderes Wärmerückhaltevermögen. Enthält eine Decke zu mindestens 60 Prozent Daunen, darf sie als Daunendecke bezeichnet werden, im anderen Fall handelt es sich um ein Federbett. Die voluminösesten Daunen stammen von der Eiderente und Gänsen, die in kalten Regionen aufwachsen. Entenfedern sind etwas kleiner und feiner strukturiert als Gänsefedern. So gelangt beispielsweise in ein vergleichbar prall gefülltes Kopfkissen eine größere Menge an Entenfedern.

Das gesamte Gefieder einer Gans wiegt etwa 300 Gramm, davon sind nur 20 Prozent Daunen. In einer Ganzjahresdecke befinden sind im Schnitt zwischen 600 und 800 Gramm Füllmaterial. Die gängigste Mischung besteht aus 90 Prozent Daunen und zehn Prozent Federn. Dass dies nicht für wenige Euro zu haben ist, erklärt sich von selbst. „Lebend-rupf ist in der EU ein Straftatbestand und wird entsprechend verfolgt. Indus­trie, Handel und Verbraucher haben durch die Nutzung entsprechender Siegel ein Zeichen gesetzt, solche tierquälerischen Praktiken zu bannen“, sagt Juliane Hedderich, Geschäftsführerin beim Verband der Deutschen Daunen- und Federnindustrie (VDFI). Federn und Daunen sind wasseranziehend, nehmen also die beim Schlafen abgegebene Feuchtigkeit leicht auf, transportieren sie langsam nach oben auf die kalte Seite der Decke und lüften dort ab, ohne dabei an Wärmeisolation zu verlieren. Sie schmiegen sich auch besser an den Körper des Schlafenden an, als es Hohlfasern können. Werden sie täglich geschüttelt und gut gelüftet, halten sie lange Zeit. Nicht zuletzt ist die richtige Aufbewahrung ausschlaggebend für ihre Lebensdauer: Wie auch Daunenschlafsäcke sollen Federbetten atmen können und nicht gequetscht werden.

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( kde )

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