Hamburg

Gruppenvergewaltigung: Spendenaktion für Opfer

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Oliver Schirg
Zwei Angeklagte und ihre gesetzlichen Vertreter sitzen in Hamburg im Landgericht im Prozess gegen vier junge Männer und ein 15-jähriges Mädchen wegen der brutalen Vergewaltigung einer 14-Jährigen.

Zwei Angeklagte und ihre gesetzlichen Vertreter sitzen in Hamburg im Landgericht im Prozess gegen vier junge Männer und ein 15-jähriges Mädchen wegen der brutalen Vergewaltigung einer 14-Jährigen.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hilfsorganisationen starten Spendensammlung. Mit dem Geld soll die Betreuung des Opfers sichergestellt werden.

Hamburg.  Die Opferschutzorganisation Weißer Ring und der Zonta-Club Aumühle-Sachsenwald haben eine Spendenaktion zu Gunsten des jungen Mädchens gestartet, dass im Frühjahr von vier jungen Männern vergewaltigt worden war.

Man wolle dem Mädchen Nicole helfen, ihre Rechte wahrzunehmen und durchzusetzen, erklärten die beiden Organisationen am Freitag in Hamburg. Zudem solle ihm mit den Spendenerlösen die Chance gegeben werden, „durch achtsame Betreuung und Begleitung eine Lebensperspektive zu entwickeln“.

Für die Aktion wurde unter dem Stichwort „Zukunft für Nicole“ ein Spendenkonto bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg eingerichtet.

Die Kontodaten des Zonta-Clubs Aumühle/Sachsenwald lauten wie folgt:

IBAN: DE50 2305 2750 0086 0028 96

BIC : NOLADE21RZB

Das junge Mädchen war in der Nacht zum 11. Februar dieses Jahres von vier jungen Männern zunächst betrunken gemacht und anschließend missbraucht worden. Nach der Vergewaltigung ließen die Täter das Opfer, das lediglich leicht bekleidet und besinnungslos gewesen war, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einem Hinterhof zurück. Eine 15-Jährige Freundin des Mädchens filmte die Taten mit ihrem Mobiltelefon.

Vor gut einer Woche hatte das Landgericht Hamburg die fünf Täter zwar zu Haftstrafen verurteilt - allerdings fast alle auf Bewährung. Lediglich der 21jährige Haupttäter erhielt eine vierjährige Freiheitsstrafe. Die drei männlichen Mittäter im Alter von 14, 16 und 17 Jahren wurden zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt. Die 15-Jährige erhielt ein Jahr auf Bewährung. Das Urteil sorgt nach wie vor bundesweit für heftige Diskussionen.

CDU-Fraktionsvize: „Nicole wurde unsagbares Leid zugefügt“

Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Karin Prien, warb am Freitag für Spenden. „Der 14-jährigen Nicole wurde unsagbares Leid zugefügt“, sagte sie. „Viel zu wenig Beachtung in der derzeitigen Debatte um das umstrittene Urteil gegen die jugendlichen Täter findet das Schicksal des Opfers und die Folgen der brutalen Misshandlung für ihr weiteres Leben.“

Die Spenden sollten dem Mädchen zusätzliche Rehabilitationsmaßnahmen ermöglichen und ihr eine erfolgreiche Schul- und Berufsausbildung erleichtern, sagte Prien weiter. „Deshalb haben wir in Absprache mit der Familie und ihrer Anwältin gemeinsam mit dem Weißen Ring und dem Zonta-Club eine Spendensammlung für Nicole initiiert.“

Der Weiße Ring hilft Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt wurden. In bundesweit 420 Außenstellen arbeiten 3.200 ehren­amtliche Helfer. Der Zonta Club Aumühle-Sachsenwald leistet Unterstützung für Mädchen und Frauen der Region. Zonta wurde 1919 in den USA als erste weibliche Service-Organisation gegründet und gilt als eine Pioniertat von Frauen für Frauen.