Hamburg

Staus ohne Ende: A-7-Bauarbeiten dauern ein Jahr länger

Errichtung des Hamburger Autobahndeckels komplizierter als erwartet. Fertigstellung soll jetzt erst Mitte 2018 sein

Hamburg.  Rund 200.000 Menschen sind täglich auf der A 7 in Hamburg unterwegs. Sie müssen jetzt tapfer sein. Denn die Baustelle zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle Schnelsen-Nord wird etwa ein Jahr länger als vorgesehen für Staus sorgen. Ursprünglich sollte der achtstreifige Ausbau und die teilweise Überdeckelung der A 7 im kommenden Jahr beendet sein. Nun wird es bis 2018 dauern. „Ich tippe auf Mitte 2018“, sagt Gianluca Beraldo, der neue technische Geschäftsführer des Baukonsortiums Via Solutions Nord. Im Kieler Verkehrsministerium rechnet man mittlerweile damit, dass es sogar bis Ende 2018 dauern wird.

Der 700 Millionen Euro teure Ausbau der A 7 zwischen Hamburg und dem Dreieck Bordesholm in Schleswig-Holstein ist in gleich mehreren Abschnitten ins Stocken geraten. Auch bei vier weiteren Baustellen der 65 Kilometer langen Strecken gibt es Verzögerungen. Am folgenschwersten sind allerdings die Probleme auf dem 5,3 Kilometer langen Hamburger Abschnitt. Hier ist der Verkehr am stärksten, hier bilden sich in den Hauptverkehrszeiten in beiden Fahrtrichtungen lange Staus.

Offenbar ist der Bau des Deckels komplizierter als angenommen. Das liegt unter anderem an dem Baugrund. „Die Analyse des Untergrunds hat zu Diskussionen geführt“, sagt Gianluca Beraldo. „Dadurch haben sich die Gründungsarbeiten verzögert.“ Beraldo ist erst seit Januar im Amt. Dass es auf der A 7 Verzögerungen gibt, kommt für die Öffentlichkeit überraschend. Bislang hatte es stets geheißen, die Arbeiten lägen im Zeitplan.

Seit September 2014 wird auf der Autobahn gebaut. Bei der Finanzierung ist der Bund neue Wege gegangen. Die Firma Via Solutions Nord wird die Strecke nicht nur bauen, sondern auch 30 Jahre lang, bis 2044, instand halten. Dafür bekommt das Unternehmen eine monatliche Vergütung vom Staat. Ist die Straße in einem schlechten Zustand, drohen Abzüge. Dieses „Verfügbarkeitsmodell“ ist eine Sonderform öffentlich-privater Partnerschaften.

Das Gesamtfertigstellungsdatum für das Projekt ist trotz der Verzögerungen offenbar nicht in Gefahr. Der mit dem Bund vereinbarte Termin ist der 28. Dezember 2018. Sollte dieser Tag überschritten werden, wird eine empfindliche Vertragsstrafe fällig. Schon allein deshalb ist Via Solutions bemüht, die Verzögerungen wieder einzuholen. Dies könnte laut Beraldo auch „durch Änderungen im Bauablauf“ geschehen. Bisher war geplant, nur auf einigen der acht Bauabschnitte zeitgleich zu arbeiten. Baustellenfreie Bereiche, sogenannte „Erholungsstrecken“, sollten die Laune der Autofahrer heben. Ob dieses Konzept durchzuhalten ist, scheint nun fraglich. Nach derzeitigem Stand dürfte die A 7 zumindest für einige Monate des Jahres 2017 fast durchgängig Baustelle sein.

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