Reeperbahn

Belohnung für Hinweise zu Silvester-Übergriffen ausgesetzt

Mehrere Männer sollen in der Silvesternacht Frauen auf dem Kiez sexuell belästigt haben (Symbolbild)

Mehrere Männer sollen in der Silvesternacht Frauen auf dem Kiez sexuell belästigt haben (Symbolbild)

Foto: dpa

Es geht um Fälle, bei denen Frauen auf der Großen Freiheit im Intimbereich angefasst und verletzt wurden. Polizei fahndet mit Fotos.

Hamburg.  Die Ermittlungen nach den aufsehenerregenden sexuellen Übergriffen auf Frauen an Silvester auf der Reeperbahn sind noch lange nicht beendet. In mehreren Fällen fahndet die Polizei öffentlich nach den mutmaßlichen Tätern. Jetzt hat die Hamburger Staatsanwaltschaft sogar eine Belohnung für Zeugenhinweise ausgesetzt.

Jeweils 2000 Euro sollen Zeugen bekommen, die Hinweise zu den Männern machen können, die verdächtigt werden, Frauen auf der Großen Freiheit 10 in Höhe des Clubs „Superfly“ in der Silvesternacht sexuell genötigt und ausgeraubt zu haben. Auch Körperverletzung wird ihnen vorgeworfen.

Fall 1: Diese Männer sucht die Polizei

In dem ersten Fall geht es um eine 19-Jährige, die von mehreren Männern bedrängt und sexuell genötigt wurde. Demnach kreisten die Täter mehrere Frauen ein. Ein Mann versuchte der 19-Jährigen dann das Handy aus der Jacke zu entreißen. Zwei andere Männer fassten der jungen Frau oberhalb der Kleidung an Brust und Gesäß und an den nackten Bauch.

Fall 2: Diesen Mann sucht die Polizei

Im zweiten Fall wird ein Mann gesucht, der zu einer Gruppe gehört haben soll, die zwei 20 Jahre alte Frauen gemeinschaftlich im Intimbereich begrapscht haben soll. Demnach griff ein Mann einer der jungen Frauen unter den Rock zwischen die Bein in den Intimbereich. Ein weiterer Täter riss der Frau in dem Moment das Handy aus der Hand. Daraufhin schob der andere Mann erneut seine Hand unter ihren Slip und drang von hinten trotz erheblicher Gegenwehr mit einem Finger in ihren Anus ein, sodass die Frau mehrere Tagen Schmerzen hatte.

Die Opfer hatten die Männer auf einer Übersichtsaufnahme aus der Großen Freiheit erkannt. Die bisherigen Ermittlungen haben jedoch bislang nicht zur Identifizierung der Tatverdächtigen geführt.

Bislang 236 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe

Zur Erlangung sachdienlicher Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen, wird jeweils eine Belohnung von 2000 Euro ausgeschrieben. Die Polizei bittet um Hinweise zur Identität oder zum Aufenthaltsort der Männer an das LKA unter der Rufnummer 040-4286-56789. Wegen der Diebstähle und der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht sind bei der Hamburger Polizei bislang 236 Anzeigen mit insgesamt 393 Geschädigten eingegangen.

Was bedeutet sexuelle Nötigung?

Nach dem Gesetz liegt ein Missbrauch vor, wenn sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen werden. Nach Paragraf 184g, Strafgesetzbuch, müssen diese aber von „einiger Erheblichkeit“ sein. Zur Frage, was erheblich ist, hat sich der Bundesgerichtshof mehrfach positioniert. Eine mit Angrapschen verbundene sexuelle Belästigung wird umfasst von Paragraf 185 und meist als tätliche Beleidigung gewertet – wenn bei der Tat klar erkennbar ist, dass das Opfer zu einem Objekt sexueller Begierde herabgewürdigt worden ist.

Eine sexuelle Nötigung liegt vor, wenn das Opfer zu einer sexuellen Handlung gezwungen wird, durch Gewalt oder Drohung für Leib und Leben. Der Tatbestand der Vergewaltigung gilt als erfüllt, wenn die Tat mit einem Eindringen in den Körper verbunden ist.