Poststreik

40 Millionen Briefe bleiben im Norden liegen

Viele deutsche Briefkästen werden in den nächsten Tagen wohl leer bleiben

Viele deutsche Briefkästen werden in den nächsten Tagen wohl leer bleiben

Foto: dpa

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, sich in sechs Tarifrunden nicht bewegt und ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert zu haben.

Hamburg/Kiel/Schwerin. Zu einem unbefristeten Streik bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi im Norden zunächst rund 1100 Beschäftigte aufgerufen. Sie arbeiten in acht Briefzentren in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und sollten am Montagnachmittag ihre Arbeit niederlegen. Wie Verdi ankündigte, sollen durch bundesweite Arbeitsniederlegungen das Logistik- und Sortiernetz zum Erliegen kommen. Im Norden würden nach der Berechnung der Gewerkschaft wöchentlich 40 Millionen Briefsendungen unbearbeitet liegenbleiben. Bundesweit sollten Post-Mitarbeiter von Montagmittag an sukzessive in Streik treten.

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, sich in sechs Tarifrunden nicht bewegt und ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert zu haben. In dem Konflikt geht es einerseits um die Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140.000 Beschäftigte. Kern der Auseinandersetzung ist aber der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Die dort beschäftigten rund 6000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren - und wollte dafür auf eine lineare Einkommenserhöhung im Jahr 2015 verzichten.

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Diese Forderung lehnte die Post am Montag ab. Dies leiste keinen Beitrag zur Zukunftssicherung für Mitarbeiter und Unternehmen, begründete Personalchefin Melanie Kreis. Zudem bedeute der Verdi-Vorschlag eine Mehrbelastung von rund 300 Millionen Euro. Das sei „sogar eine spürbare Verschärfung unseres bestehenden Wettbewerbsnachteils“, erklärte Kreis. Die Post zahle doppelt so hohe Löhne wie die Wettbewerber.