Schwäne müssen Triathleten weichen

In den nächsten Tagen müssen Hamburger und Touristen auf ihr majestätisches Erscheinungsbild verzichten: Die Schwäne von der Rathaus-Schleuse müssen für ein paar Tage ihr Quartier verlassen. Gestern wurden sie von Schwanenvater Olaf Nieß und seinen Mitarbeitern in ein Schleusenbecken getrieben, eingefangen und ins Winterlager am Eppendorfer Mühlenteich gebracht. Grund für die Aktion ist der Triathlon am Wochenende: Durch die Evakuierung möchte man ein - für beide Seiten unangenehmes - Aufeinandertreffen von Schwimmern und Schwänen in der Alster verhindern. Für einen der Höckerschwäne war die Aktion schon im Vorfeld lebensrettend - er hatte sich komplett in einer Angelschnur verwickelt und musste von Olaf Nieß behutsam befreit werden. Zwei mit Stroh ausgelegte Motorboote schipperten den Pechvogel und 70 seiner gefiederten Kameraden über den Alsterlauf zum Mühlenteich an der Erika-straße - eine garantiert triathlon- und stressfreie Zone. Anfang nächster Woche ziehen die weißen Schönheiten wieder zurück in die City. "Den Schwänen macht das Hin und Her nichts aus", sagt Olaf Nieß. Schließlich seien sie ans Umziehen gewöhnt, daher würden solche Aktionen immer entspannt verlaufen. Der nächste Quartierswechsel steht ihnen im November bevor - dann geht's endgültig ab ins Winterlager.