Schriftstellerin Geno Hartlaub gestorben

Die Hamburger Schriftstellerin Geno Hartlaub ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 91 Jahren im Elim-Krankenhaus. Das umfangreiche Werk Geno Hartlaubs umfasst Romane, Erzählungen, Krimis, Reiseberichte und Hörspiele. Ihre Arbeiten reflektieren anfangs Krieg und Nachkriegszeit, später machte die Autorin neue Formen des Zusammenlebens der Geschlechter zum Thema. Zu ihren etwa 30 Büchern gehört der Roman „Gefangene der Nacht“ über eine Bombennacht im Zweiten Weltkrieg. Die Tochter des Mannheimer Kunsthallendirektors Gustav Hartlaub, den die Nazis wegen politischer Unbotmäßigkeit aus dem Amt entfernten, brauchte lange, um aus dem übergroßen Schatten ihres Vater und ihres älteren Bruders Felix herauszutreten, der seit 1945 verschollen ist und dessen literarisch hoch gelobtes Gesamtwerk sie selbst in den 1950er Jahren herausgab. Geno (eigentlich Genoveva) Hartlaub arbeitete nach dem Krieg zunächst in Heidelberg als Lektorin der von Karl Jaspers herausgegebenen Zeitschrift „Die Wandlung“, zog bald nach Hamburg und wirkte nach verschiedenen Lektoren-Tätigkeiten als Redakteurin des „Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes“. Zum 90. Geburtstag ehrte sie die Freie Akademie der Künste mit einer Feier, an der Günter Grass, Siegfried Lenz, Ulla Hahn, NDR-Redakteur Hanjo Kesting und Akademie-Präsident Prof. Armin Sandig aus Hartlaubs Werken lasen.