Messerstecherei auf St. Pauli: Zwei Brüder attackiert, einer stirbt

Tödlicher Messerstich an der Silbersackstraße (St. Pauli): Der jüngere zweier Brüder, die vom Hafengeburtstag kamen und auf der Reeperbahn weiterfeiern wollten, ist in der Nacht zu Sonnabend von einem 20-Jährigen erstochen worden. Danny und Kim A. (27, 26) waren angeheitert, hatten einige Biere am Hafenrand getrunken. Auf dem Weg zum Kiez gerieten sie mit dem 20-jährigen Leon M aus St. Georg aneinander. Aus einem verbalen Streit entwickelte sich eine Prügelei. Plötzlich zückte Leon M. ein Messer, zog es Danny A. durch das Gesicht. Der Angegriffene blutete sofort stark. Kim A. versuchte, seinem Bruder zu helfen. Leon M. aber holte mit dem Messer aus, rammte es ihm in die Brust. Kim A. sackte zusammen, Passanten riefen einen Notarzt. Der Täter flüchtete zunächst zu Fuß. An der Reeperbahn sprang er in ein Taxi, das er aber schon nach wenigen Hundert Metern Fahrt wieder verließ. M. hatte Danny A. bei seiner Messerattacke ein Stück der Nase abgetrennt. Kim A. verblutete auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Polizei fahndete zunächst ergebnislos. Doch die Beamten konnten das Taxi ausfindig machen, in dem der Täter geflüchtet war. Nach mehreren Zeugenaussagen, die die Ermittler auf die Spur des 20-Jährigen brachten, gab die Polizei eine internationale Fahndung heraus - die schon bald zum Erfolg führen sollte. Gestern nahmen Polizisten Leon M. auf dem Flughafen Gatwick in London fest. Nachdem Haftbefehl gegen ihn erlassen worden war, tauchte sein Name auf den internationalen Fahndungslisten auf. M. - ein gebürtiger Jamaikaner mit deutschem Pass - war von Amsterdam nach London gereist. Offensichtlich hatte er vor, Europa zu verlassen. Wann M. nach Deutschland ausgeliefert wird, ist noch nicht bekannt. Deutsche Fahnder haben bereits Kontakt zu ihren englischen Kollegen aufgenommen. Danny A. muss nach einer ersten Notoperation noch einmal unter das Messer: Das Nasenstück, das ihm wieder angenäht worden war, wurde vom Körper abgestoßen.