Prozess: Frau soll ihre Nachbarn verprügelt und bedroht haben

Temperamentvoll könnte man die Frau nennen. Höchst emotional. Der Amtsrichter spricht von einem "sehr hochtourigen Kaliber". Alles noch eher freundliche Umschreibungen für eine 30-Jährige, die offenbar sogar gewalttätig ist. Dieser Eindruck ergibt sich zumindest aus der Anklage, die Feti A. gestern vor das Amtsgericht Wandsbek gebracht hat. Darin wird der Hamburgerin vorgeworfen, in ihrer Nachbarschaft in Sasel mehrere Nachbarn verletzt, bedroht und beleidigt zu haben. Im Einzelnen wirft die Staatsanwaltschaft der 30-Jährigen vor, im April vergangenen Jahres einer Frau im Rahmen eines Streites unter Kindern aus Wut ein Haarbüschel ausgerissen, sie gekratzt und ihr mehrfach mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen zu haben, sodass das Opfer unter anderem eine Jochbeinprellung erlitt. Außerdem soll die 30-Jährige einer Nachbarin gedroht haben, sie werde sie "töten", und dabei mit einer Geste das Durchschneiden der Kehle angedeutet haben. Andere Nachbarn soll sie bespuckt und außerdem eine Bekannte als "fette Sau" beschimpft haben. Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft der Frau zehn Taten vor. "Ich möchte dazu nichts sagen", wehrt die Angeklagte, eine schlanke Frau mit schwarzer Lockenmähne, ab. "Ich bin psychisch so k. o." Das bestätigt angeblich auch ein ärztliches Gutachten, das dem Gericht aber noch nicht vorliegt. Deshalb wird die Verhandlung an diesem Punkt unterbrochen und soll in zwei Wochen fortgesetzt werden. "Es stellt sich die Frage", erklärt der Amtsrichter an die Angeklagte Feti A. gewandt, "ob und wenn ja in wieweit Sie strafrechtlich verantwortlich sind."