Europas größte Klappbrücke in Hamburg

Der Hamburger Hafen bekommt Europas größte Doppelklappbrücke: Das rund 100 Meter lange und 24 Meter breite Bauwerk mit getrennten Brücken für den Straßen- und Eisenbahnverkehr soll die bereits 1934 erbaute Hubbrücke über die Rethe ersetzen. Die neue Brücke soll wenige Meter weiter westlich entstehen, der Baubeginn ist für das kommende Jahr geplant. In 2012 soll die neue Querung über die Rethe dann eröffnet werden. Die Hamburg Port Authority (HPA) wird in dieses Bauvorhaben mindestens 72 Millionen Euro investieren: "Der Vorteil der Klappbrücke ist, das die Durchfahrtshöhe für die Schiffe nicht begrenzt ist. Außerdem lassen sich hydraulische Klappbrücken sehr wirtschaftlich betreiben, da sie zuverlässig im Betrieb sind und nur einen geringen Wartungsaufwand erfordern. Bei der Planung mit Unterstützung eines Architekten wurde darauf Wert gelegt, dass sich die Brücke gestalterisch in die typische Hafenumgebung einpasst", sagte HPA-Sprecherin Christiane Kuhrt (35). Bislang wird die Rethe von einer Hubbrücke gequert - eine Sanierung der baufälligen Brücke ist laut HPA wirtschaftlich nicht sinnvoll. Das Mittelstück hebt sich durchschnittlich siebenmal am Tag auf mehr als 50 Meter an, damit große Schiffe passieren können. Dabei handelt es sich meist um Getreide- und Futtermitteltanker. Die großen Containerschiffe befahren diesen Teil des Hafens nicht. Bislang ist die Einfahrt aus der Rethe in den Reiherstieg für die Schiffe 44 Meter breit, mit dem Neubau soll sich die Passage um zwanzig Meter verbreitern. Auch für die Autofahrer verbessert sich die Situation: "Durch die vierflügelige Konstruktion lassen sich Straßen- und Schienenverkehr anders als bisher voneinander trennen. Das heißt, künftig müssen die Autos nicht mehr warten, wenn ein Zug die Brücke überquert", so Sprecherin Kuhrt.