Beinahe-Katastrophe: Keine neuen Richtlinien bei Landungen

Trotz der Beinahe-Katastrophe auf dem Hamburger Flughafen während des Sturmtiefs "Emma" am 1. März will die Lufthansa keine neuen Richtlinien für Landungen bei stürmischem Wetter einführen. Es gäbe darüber keine aktuelle Diskussion im Unternehmen, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty gestern. "Der Spiegel" hatte berichtet, nach dem Sturm "Kyrill" 2007 habe die "Flottenführung erwogen, für die Lufthansa-Crews Sturmrichtlinien zu erlassen". Seitenwinde mit einer Geschwindigkeit von rund 45 km/h hätten das Limit für eine Landung sein sollen. Diese 45 km/h seien aber "höchst abwegig, weil der Wert zu gering ist", sagte Lamberty. Viel wichtiger sei eine "profunde Ausbildung der Piloten, und die gebe es bei der Lufthansa. Schließlich sei der Airbus beim zweiten Versuch sicher gelandet. Wie berichtet, war die aus München kommende Maschine von einer starken Windböe erfasst worden. Das mit 137 Menschen besetzte Flugzeug geriet dabei in Schräglage und berührte mit der linken Tragfläche die Piste. Die Crew startete durch und setzte den Jet auf einer zweiten Landebahn des Hamburger Flughafens auf. Nach dem Zwischenfall hatte die Lufthansa berichtet, Kapitän und Kopilotin seien bereits wieder über Europa unterwegs. Gestern bezeichnete Lamberty diese Behauptung jedoch als einen "Übermittlungsfehler". Beide seien "freigestellt" gewesen. Einer/eine von ihnen werde heute, der/die andere morgen wieder starten.