Hamburg testet Brennstoffzellenbus

Seit 2003 fahren silberfarbene Busse, eine weiße Dampffahne hinter sich herziehend, durch Hamburg - überwiegend auf der Linie 6 zwischen Winterhude und der HafenCity. Was so nostalgisch an Dampfloks erinnert, ist tatsächlich eine umweltschonende Technologie. Die neun Brennstoffzellenbusse, von vielen auch Wasserstoffbusse genannt, sind nahezu emissionsfrei. Sie stoßen keine Schadstoffe aus und fahren fast geräuschlos. Die Busse werden auf dem Hochbahn-Betriebshof in Hummelsbüttel mit Wasserstoff betankt, der dort von Vattenfall mit Hilfe regenerativer Energie hergestellt wird. Im Bus wandelt eine Brennstoffzelle den Wasserstoff durch die chemische Reaktion mit Sauerstoff zu Wasser um. Die dabei frei werdende elektrische Energie treibt einen Elektromotor an. Statt CO2 entweicht aus dem Auspuff reiner Wasserdampf. "Wir testen die Busse im Rahmen eines von der EU geförderten Versuchs, um zu zeigen, dass diese Technologie im ganz normalen Linienbus einsetzbar ist", sagt Christoph Kreienbaum, Pressesprecher der Hamburger Hochbahn. Stuttgart und Stockholm sind nach Abschluss der ersten Tests ausgestiegen und haben ihre Busse der Hochbahn übergeben. Noch fallen unverhältnismäßig hohe Anschaffungskosten für die Busse an - einer kostet 1,25 Millionen Euro - und die Lebensdauer der Brennstoffzelle ist kurz. "Man geht von fünf Jahren aus", so Kreienbaum. "Aber in unseren Bussen funktionieren sie noch." Die Hochbahn hat eine Verlängerung des Versuchs beantragt, weil sie die Technik weiterentwickeln will. "Wir haben eine Strategie vor Augen und wollen die Kette nicht unterbrechen", betont Kreienbaum. Ende 2009 sollen die ersten Busse mit Diesel-Hybridantrieb getestet werden. Für 2010 ist der Einsatz der ersten Wasserstoff-Hybridbusse, eine Weiterentwicklung der bisherigen Brennstoffzellenbusse, geplant. Beim Hybridfahrzeug erzeugt der Dieselmotor beziehungsweise die Brennstoffzelle, Strom, mit dem eine Batterie gespeist wird. Dieser Strom treibt Radnarbenmotoren an, die die Buselektrik und das Hydrauliksystem versorgen. Da die Batterien zusätzlich durch die Bremsenergie aufgeladen werden, kann der Bus Haltestellen ohne Dieselmotor anfahren und verlassen. Ein Plus für die Fahrgäste, die keine Schadstoffe einatmen müssen. Dazu Kreienbaum: "Im innerstädtischen Busverkehr, wo die Fahrzeuge ständig abbremsen und anfahren, ist das Hybrid-Konzept ein zukunftsweisendes Verfahren."