Streit um LBK-Rückkehrer: Nur 150 Arbeitsplätze für 2400 Rückkehrer

Die Gewerkschaft Ver.di hat den Senat im Zusammenhang mit der Privatisierung von pflegen & wohnen und des Landebetriebes Krankenhäuser (LBK) scharf angegriffen. Landeschef Wolfgang Rose sprach von einem "Privatisierungsfiasko". So seien bislang an die insgesamt 2400 Rückkehrer, also diejenigen, die wieder ein Beschäftigungsverhältnis bei der Stadt anstreben, nur 150 Arbeitsplätze vermittelt worden. Rose, der im Falle eines Wahlsiegs von Michael Naumann SPD-Arbeitssenator werden soll, sagte, der Senat habe der Stadt schweren Schaden zugefügt und stehe nun vor einem "Scherbenhaufen" . Der Senat habe den Sinn für die Realität und für die Auswirkungen der Privatisierung aus den Augen verloren. Eine weitere "skandalöse Zumutung" sei ein Sprachtest, der jetzt mit Rückkehrwilligen durchgeführt worden sei. Untersuchungen durch Ver.di zeigten, dass davon ausschließlich Mitarbeiter mit ausländisch klingenden Namen betroffen seien. Demnach waren diese Mitarbeiter vom Personalamt zu dem zweieinhalbstündigen, 77-seitigen Sprachtest eingeladen worden, der aber gar nicht auf konkrete Arbeitsplätze bezogen gewesen sei. Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, die keinen ausländisch klingenden Namen hatten, seien nicht zu dem Test geladen worden. Rose bezeichnete den Test als hilflos und diskriminierend, er atme "den Geist obrigkeitsstaatlicher Kontrollbürokratie". Der Leiter des Personalamtes, Volker Bonorden, wies die Vorwürfe Roses zurück. Die Rückkehrer würden sukzessive in Arbeitsverhältnisse überführt. Mit bislang 183 Vermittlungen sei das Personalamt im Zeitplan. "Man muss das im Interesse der betroffenen Menschen gelassen sehen", so Bonorden, "und wir dürfen auf ihrem Rücken keinen politischen Streit austragen." Zu den Sprachtests sagte Bonorden, das Problem sei nach dem ersten Tests bekannt geworden und bereits abgestellt.