Greenpeace protestiert gegen Kohlekraftwerk Moorburg

Mit einem 130 Quadratmeter großen Banner mit der Aufschrift "Ole von Beust: Stopp Klimakiller Kohle!" haben gestern 20 Greenpeace-Aktivisten gegen den Bau des geplanten Vattenfall-Kohlekraftwerks Moorburg protestiert. Kletterer brachten das Plakat zwischen den beiden 50 Meter hohen Schornsteinen des bereits vorhandenen Gasturbinen-Kraftwerks auf dem Baugelände in Moorburg an. Greenpeace fordert den Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) auf, das Genehmigungsverfahren des Kraftwerks und die ersten Bauarbeiten sofort zu stoppen. "Der Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks widerspricht allen Aussagen Ole von Beusts zum Klimaschutz", sagte Andree Böhling, Klimaexperte von Greenpeace. Unterdessen hat Hamburg eine "Bundesratsinitiative für klimafreundliche Kohlekraftwerke" gestartet. Darin fordert Hamburg die Bundesregierung auf, die gesetzlichen Grundlagen dahingehend zu ändern, dass Nachrüstungen mit einer CO<-⊃2;>-Rauchgaswäsche bei bestehenden Kraftwerken Pflicht werden und bei der Genehmigung von neuen Kohlekraftwerken die sogenannte CCS-Technologie - Kohlenstoff-Abscheidung und -speicherung - verbindlich vorgeschrieben wird. SPD-Umweltsprecherin Monika Schaal, bezeichnete die Bundesratsinitiative als "reines Wahlkampfgeklingel". Sie verwies auf Experten, nach der die CO<-⊃2;>-Abscheidung in absehbarer Zeit technisch nicht machbar sei. Auch GAL-Spitzenkandidatin Christa Goetsch bezeichnete die Initiative als "Wahlkampfgag". Man könne es nur als Gag bezeichnen, "wenn die CDU etwas verspricht, das es überhaupt nicht gibt". Auch die Befürworter der Kohlekraft wüssten: Vor 2020 ist die CO<-⊃2;>-Abscheidung im großen Stil technisch nicht möglich. "Nimmt der Senat seinen Vorstoß ernst, darf er Moorburg nicht genehmigen", so Goetsch.