Diakonie muss Muslima entschädigen

Der Diakonische Landesverband Hamburg muss einer aufgrund ihrer Religion abgelehnten Bewerberin eine Entschädigung zahlen. Das Arbeitsgericht Hamburg hat der Deutschen mit türkischer Herkunft eine Entschädigung in Höhe von drei Monatsverdiensten nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zugesprochen. Die Diakonie will in Berufung gehen: "Es ist für uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter einer christlichen Kirche angehören, weil nur so das christliche Profil der Diakonie gewährleistet werden kann", sagte Katharina Weyandt, Sprecherin der Diakonie. Der Landesverband hatte eine Sozialpädagogen-Stelle, finanziert aus Mitteln des Bundes und der EU, als "Integrationslotse Hamburg" ausgeschrieben. Im Bewerbungsgespräch wurde die gebürtige Muslimin, die aber keine Religion ausübe, gefragt, ob sie bereit wäre, in die Kirche einzutreten. Sie antwortete, dass sie einen Kircheneintritt nicht für nötig halte, da die Stelle keinen religiösen Bezug aufweise. Die Diakonie lehnte die Bewerberin ab. Das Arbeitsgericht befand jetzt, dass für diesen Job eine Kirchenzugehörigkeit keine gerechtfertigte Anforderung sei.