Kinderpornos: Betreuer vor Gericht

Ein 51 Jahre alter Jugendbetreuer muss sich für den Besitz und die Verbreitung von Kinderpornografie seit gestern vor dem Amtsgericht verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, zahlreiche Fotos und Videos von sexuellem Missbrauch Minderjähriger aus dem Internet auf seinen Computer gespeichert und auch an andere Nutzer verschickt zu haben. Der Mann schwieg gestern zur Anklage. Zwei seiner früheren Schützlinge behaupteten aber vor Gericht, der 51-Jährige sei unschuldig. Beide räumten vielmehr ein, sie selbst hätten ohne Wissen des Angeklagten die Bilder gespeichert und verschickt, um Pädophile ausfindig zu machen. Die beiden jungen Männer, 23 und 25 Jahre alt, gaben an, als Kinder sexuell missbraucht worden zu sein. Sie hätten den Computer des Angeklagten deshalb für ihre Recherchen genutzt. "Er sitzt unschuldig hier", sagte einer der beiden über den 51-Jährigen. Sein ehemaliger Betreuer habe keine Ahnung von Computern. Auch habe er sich den Jungen in der Wohngruppe, die er als amtlich bestellter Betreuer leitete, nie sexuell genähert. Nach ihren Aussagen drohen den beiden jungen Männern nun strafrechtliche Konsequenzen, entweder wegen Verbreitung und Besitzes von Kinderpornos oder wegen einer Falschaussage. Der Prozess wird am 9. März fortgesetzt.