Ausgesetztes Baby - Freispruch für dreifache Mutter

Das Hamburger Amtsgericht hat eine dreifache Mutter am Montag von dem Vorwurf freigesprochen, ihr jüngstes Kind ausgesetzt zu haben. Die 22-Jährige hatte im Mai vergangenen Jahres ihre knapp sechs Wochen alte Tochter im Flur eines Wohnhauses abgelegt und allein gelassen. Dort wurde der Säugling unverletzt gefunden. Die junge Frau gab vor Gericht an, sie habe das Kind dem Vater zeigen wollen, diesen aber nicht angetroffen. Sie sei aber sicher gewesen, dass ein Nachbar das Kind entdecken werde. Die Version der Mutter sei nicht zu widerlegen gewesen, meinte die Richterin. „Sie hätten dennoch eine andere Lösung finden müssen“, sagte sie. Es bleibe „ein Nachgeschmack“, ein „moralischer Aufschrei“ sei verständlich. Mit dem Freispruch folgte das Gericht den Plädoyers von Staatsanwältin und Verteidiger. Der ausgesetzte Säugling hatte nach seiner Entdeckung unter dem Namen „Lisa Sonnenschein“ für Schlagzeilen gesorgt. Diesen Namen hatten die betreuenden Krankenschwestern dem damals noch nicht identifizierten Kind gegeben.