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Das Hamburger Regel-Wirrwarr bei Sportveranstaltungen

Henrik Jacobs
Abendblatt Sportredakteur Henrik Jacobs

Abendblatt Sportredakteur Henrik Jacobs

Foto: Marcelo Hernandez

Der HSV sollte sich gedulden, die Stadt muss sich beeilen, die formalen Voraussetzungen für das 2G-Konzept in den Stadien zu schaffen.

Hamburg. Zugegeben, der Vorstoß des HSV war nicht gerade der demütigste. Einen Tag nachdem das Abendblatt die 10-Millionen-Euro-Spritze vom Staat an den Hamburger Zweitligisten veröffentlichte, greift der Club die Stadt Hamburg an und wirft ihr „Ungleichbehandlung“ bei der Zulassung von Zuschauern vor. Ein durchschaubares Manöver, mit dem der HSV die Stadt unter Druck setzen will.

Über den Zeitpunkt der Kritik lässt sich streiten, inhaltlich hat HSV-Vorstand Frank Wettstein recht. Und dabei geht es gar nicht um die Benachteiligung des HSV gegenüber dem FC St. Pauli bei der prozentualen Zuschauerauslastung bei Heimspielen, sondern um den nicht nachzuvollziehenden Regel-Wirrwarr der Stadt Hamburg bei Sportveranstaltungen insgesamt.

Hamburg sollte sich beeilen, Voraussetzungen für 2G-Konzept in Stadien zu schaffen

Trotz der Startprobleme im Volksparkstadion bei der 3G-Überprüfung lässt die Stadt die Frage unbeantwortet, warum nicht wie in den anderen Bundesländern die maximale Auslastung von 25.000 Zuschauern genutzt werden darf. Platz dafür wäre im HSV-Stadion genug. Das betrifft auch die Handballer des HSV Hamburg, die aus unverständlichen Gründen nur 23 Prozent ihrer Plätze besetzen dürfen, in der Elbphilharmonie dagegen die Hälfte aller Sitze zur Saisoneröffnung belegt sind.

Die Corona-Pandemie hat bislang gezeigt, dass die Menschen bereit sind, viele Regeln zu akzeptieren. Sie werden nur dann genervt, wenn diese nicht einheitlich praktiziert werden.

Die Stadt sollte sich daher beeilen, die formalen Voraussetzungen für das 2G-Konzept in den Stadien zu schaffen. Dann hätten auch die Organisatoren wie der HSV und der FC St. Pauli die Chance, endlich einheitliche und verständliche Regeln umzusetzen – auch wenn sie nicht allen gefallen werden.

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