Meinung
Kommentar

Das Klima braucht uns. Jetzt!

Catharina Jäckel

Catharina Jäckel

Foto: Axel Leonhard

Die Hamburger Klimawoche zeigt: Es gibt nicht nur die Corona-Krise. Der Klimawandel hängt sogar mit den Waldbränden zusammen.

"Das Klima braucht Dich“. Unter diesem Motto startet am Sonntag die zwölfte Hamburger Klimawoche. Die Veranstalter hätten dem Motto gerne noch ein Ausrufezeichen anfügen können, denn die Zeit drängt. Während der Corona-Krise ist die Klima-Krise offenbar bei vielen Hamburgern in den Hintergrund geraten. Schlagzeilen machte größtenteils das Virus, teilnehmerreiche Demonstrationen in der Innenstadt blieben lange untersagt.

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Auch ein alarmierender Bericht, den die Vereinten Nationen vergangene Woche veröffentlichten, blieb größtenteils unkommentiert. Laut der Studie hat selbst die Corona-Pandemie den Klimawandel nicht merklich ausbremsen können.

Weltweit wärmste Fünf-Jahres-Periode

Weltweit werden die Kohlendioxid-Emissionen in diesem Jahr trotz des Lockdowns in vielen Indus­trieländern nur um vier bis sieben Prozent geringer sein als 2019 – und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt sogar weiter. Die Jahre 2016 bis 2020 werden laut UN-Bericht weltweit die wärmste Fünf-Jahres-Periode seit Beginn der regulären Wetteraufzeichnungen. Und schon in den kommenden zehn Jahren könnte die Erderwärmung die wichtige 1,5-Grad-Grenze erreichen – dann wird es im globalen Schnitt 1,5 Grad wärmer sein als im Zeitraum 1850 bis 1900.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen jetzt handeln, um Klimafolgen wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Wasserarmut und Klimaflucht zu begegnen. Nicht zuletzt die Corona-Krise hat schließlich gezeigt, dass schnelles Handeln möglich ist, wenn der politische Druck groß genug ist.

Klimawandel und Waldbrände hängen zusammen

Um die Lehren aus der Corona-Krise für die Klima-Krise soll es auch bei einer Diskussion mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) auf dem Rathausmarkt gehen, wo die zentralen Veranstaltungen der Klimawoche stattfinden.

Die Veranstalter zeigen: Corona-Pandemie und Erderwärmung stehen nicht in Konkurrenz zueinander, beiden Themen gebührt Aufmerksamkeit. Allen sollte bewusst sein, dass nicht nur das Virus gegenwärtig ist. Und während wir hoffentlich irgendwann entspannt auf das Corona-Jahr 2020 zurückblicken können, bleiben uns die Sorgen um das Klima erhalten. Wetterextreme wie die derzeitigen Waldbrände an der US-Westküste werden nach den Prognosen in der Zukunft noch häufiger auftreten.

Darum sollten ab Sonntag alle Augen auf die Aktionen auf dem Rathausmarkt gerichtet sein, denn das Klima braucht uns. Jetzt!