Meinung
Kolumne „Sie haben Post“

Zwischen Hamburg und Berlin: Was wird aus Philipp Amthor?

Lars Haider (l.) ist Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins "Cicero".

Lars Haider (l.) ist Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins "Cicero".

Foto: Laible/Cicero

Im E-Mail-Wechsel zwischen Christoph Schwennicke und Lars Haider geht es um den Mann, der als eines der größten Talente der CDU galt.

Christoph Schwennicke, Chefredakteur des in Berlin produzierten Magazins „Cicero“, und Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, pflegen eine E-Mail-Freundschaft, die wir jeden Sonnabend an dieser Stelle veröffentlichen.
Haider: Lieber Christoph, wir haben noch gar nicht darüber gesprochen, was jetzt eigentlich aus dem Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wird, der eben noch als eines der größten Talente der CDU galt – und jetzt? Kriegt er trotz der Affäre um seine Kontakte zur IT-Firma Augustus Intelligence eine zweite Chance??
Schwennicke: Die Sache war ganz schön töricht. Ich glaube, der frühe „Ruhm“ hat ihn abheben und unbedacht werden lassen. Wenn er sich jetzt zurückzieht und geläutert wiederkommt, geht ein Neustart. Er ist 27.
Haider: Wieso passiert so etwas Politikern eigentlich immer wieder? Die müssten doch aus den Fehlern ihrer Vorgänger lernen ...
Schwennicke: Schwer zu sagen. So vielen passiert es ja auch nicht. Bei Frau Merkel, und du weißt, ich neige nicht zur Kritiklosigkeit ihr gegenüber, könnte man sich so etwas nie vorstellen. In der Hinsicht ist sie komplett integer. Ich glaube, diejenigen, die doch in Versuchung geraten, finden, dass sie eigentlich zu wenig verdienen. Und bessern das so auf.
Haider: Verrückt und riskant, aber wohl wahr. Hast du Friedrich Merz mit Klimaaktivistin Luisa Neubauer in der Talksendung von Markus Lanz gesehen? Nach dem Gespräch der beiden wäre ich dafür, dass die Neubauer neue CDU-Vorsitzende wird.
Schwennicke: Nee, hab ich nicht. Finde das aber eine stichhaltige Idee. Wer wie die CDU eine Frauenquote einführt, sollte auch Frauen im Wettbewerb um den Parteivorsitz haben. Drollig war ja, dass Luisa Neubauer bei Lanz Merz vorgehalten hat, kein Mandat zu haben. Gerade sie als personifizierte Außerparlamentarische Opposition. Herrlich.
Haider: Irgendwie sind die drei CDU-Kandidaten schon durch, bevor es überhaupt zu einer Wahl gekommen ist. Ich würde mich noch mal auf die Suche machen – und am Ende Jens Spahn nehmen!
Schwennicke: Jedenfalls stimmt bei Armin Laschet und ihm die Rollenverteilung von Fahrer und Beifahrer erkennbar nicht mehr.